„Patient 1“ im Saarland: „Mir geht es sehr gut“

Dass die Pandemie so heftig wird – damit hatte der „Patient 1“ im Saarland vor knapp einem Jahr nicht gerechnet. Heute geht es dem betroffenen Arzt gut, er hat auch keine Folgebeschwerden.

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Corona-Station
Eine Pflegerin auf einer Corona-Station hinter einer Scheibe mit Corona-Warnschild.
Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Homburg (dpa/lrs). Er war der Erste, der im Saarland mit dem Coronavirus infiziert war: ein Arzt des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg. Als das Virus bei ihm am 3. März 2020 nachgewiesen wurde, habe er nicht erwartet, dass die Pandemie solche Ausmaße annehmen werde. „Nein, das hatte ich wirklich vollkommen falsch eingeschätzt. Damit hätte ich in keinerlei Weise gerechnet“, sagte der Arzt der Kinderklinik, der anonym bleiben möchte, der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

Er sei überzeugt, dass das Virus die Menschen auch auf lange Sicht weiter beschäftige. „Auch mit Impfung werden wir mit dem Sars-CoV-2 leben müssen. Das Virus wird ja nicht einfach aus dieser Welt verschwinden.“ Im Saarland sind seit Beginn der Pandemie rund 25 500 Corona-Infektionen registriert worden. Weltweit stehen inzwischen mehr als 100 Millionen Infektionen in der Liste.

Ihm persönlich gehe es „sehr gut“, sagte der Arzt. „Ich war zu keinem Zeitpunkt relevant an Sars-CoV-2 erkrankt und habe auch keinerlei Folgebeschwerden.“ Der Mediziner hatte sich nach damaligen Erkenntnissen bei einer Konferenz von Ärzten in Frankfurt angesteckt. Er musste sich damals zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. „Das war tatsächlich eine sehr ungewöhnliche Situation für meine Familie und mich.“

In seinem Umfeld hatte es keine weiteren Infektionen gegeben. Angst, dass er sich erneut infizieren könne, habe er nicht. „Aktuelle Daten zeigen ja eigentlich recht eindeutig, dass eine Zweitinfektion eher sehr selten ist“, sagte er. Aufgrund seines Antikörperstatus' wolle er sich erst zu einem späteren Zeitpunkt impfen lassen.

Auch bei seiner Arbeit in der Kinderklinik drehe sich viel um Corona. „Glücklicherweise betrifft es ja nur sehr selten Kinder.“ Und: Kinder und Jugendliche würden nur selten schwer erkranken. Da in der Klinik aber viele Kinder und Jugendliche mit schweren Grunderkrankungen behandelt würden, sei es wichtig, sicherzustellen, dass diese sich nicht mit dem Virus ansteckten.

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