Trier

Nach versuchtem Goldschatz-Raub mutmaßlicher Täter angeklagt

Mehr als 2600 römische Münzen aus purem Gold wollten Diebe aus einem Museum in Trier stehlen. Der Raub scheiterte – jetzt ist ein erster Tatverdächtiger ermittelt.

Polizei-Blaulicht
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife.
Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Trier (dpa). Gut eineinhalb Jahre nach dem versuchten Raub eines römischen Goldschatzes aus dem Rheinischen Landesmuseum Trier ist ein mutmaßlicher Täter angeklagt worden. Der 28-jährige Niederländer sei anhand einer DNA-Spur, die an einer am Tatort zurückgelassenen Sporttasche gesichert wurde, überführt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Trier am Dienstag mit. Man gehe davon aus, dass er einer von mindestens drei Tätern war, die die mehr als 2600 Münzen aus purem Gold stehlen wollten. Der weltweit größte Goldschatz der römischen Kaiserzeit ist das Aushängeschild des Museums in Trier.

Die Täter waren am 8. Oktober 2019 über ein Baugerüst und ein ausgehebeltes Fenster in das Museum eingedrungen. Sie hätten sich „zielgerichtet“ zum Münzkabinett begeben, wo der Schatz ausgestellt war, hieß es. Trotz brachialer Gewalt gelang es ihnen aber nicht, den Kubus aus Panzerglas über den Goldmünzen – mit einem Gewicht von insgesamt 18,5 Kilo – zu öffnen. Sie flüchteten ohne Beute, da die Alarmanlage ausgelöst worden war und die Polizei kam.

Der Direktor des Rheinischen Landesmuseums Trier, Marcus Reuter, zeigte sich am Dienstag erfreut über den Ermittlungserfolg. „Ich glaube, es ist ein ganz starkes Signal, dass jetzt in allen drei großen Museumseinbrüchen der letzten Jahre – in Dresden, in Berlin und in Trier – zumindest ein Teil der Täter dingfest gemacht worden ist“, sagte er. Es werde in Zukunft Kriminelle vielleicht „ein bisschen abschrecken, wenn man sieht, welchen Fahndungsaufwand die Polizei betreibt“.

Bei dem Einbruch in Dresden hatten Täter aus dem Grünen Gewölbe im November 2019 historische Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten von kaum schätzbarem Wert erbeutet. In Berlin stahlen Diebe im März 2017 aus dem Bode-Museum eine riesige Goldmünze im Millionenwert.

Der 28-Jährige, der in Trier dabei gewesen sein soll, sei aufgrund eines europäischen Haftbefehls in den Niederlanden festgenommen und Mitte Dezember 2020 an Deutschland ausgeliefert worden. Die Staatsanwaltschaft habe Anklage wegen gemeinschaftlich begangenen versuchten Diebstahls im besonders schweren Fall erhoben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft und hat die Vorwürfe bestritten. Die Mittäter konnten noch nicht ermittelt werden.

Der Trierer Goldschatz war 1993 überraschend bei Bauarbeiten für ein Parkdeck in der ehemaligen Römerstadt gefunden worden. Sein archäologischer Wert ist nach Angaben der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz unschätzbar. Eigentlich sollte er im Sommer wieder im Museum zu sehen sein. „Leider verschiebt sich das bis Ende des Jahres“, sagte Reuter nun. Das Münzkabinett werde in der Zwischenzeit sicherheitstechnisch aufgerüstet.

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Rheinisches Landesmuseum Trier