Trier

Nach Amokfahrt: Trier schützt Innenstadt

Als erste Stadt in Rheinland-Pfalz hat Trier mit der konkreten Umsetzung eines Schutzkonzeptes gegen Amok- und Terrorfahrten begonnen. Die ersten hochsicheren Poller sollen bis Dezember stehen.

Von dpa/lrs
Polizei
An der Tür von einem Streifenwagen steht der Schriftzug «Polizei».
Foto: David Inderlied/dpa/Symbolbild

Trier (dpa/lrs). Nach der Amokfahrt von Trier mit fünf Toten will die Stadt ihre Innenstadt besser vor solchen Taten schützen. Dazu haben am Montag die Arbeiten für den Bau der ersten Hochsicherheitspoller am Platz vor dem Trierer Dom begonnen. Insgesamt sollen bis 2024 an 40 Orten der City Pollerreihen, massiv verankerte Bänke, Hochbeete oder Sitzsteine entstehen. Diese Barrieren sollen verhindern, dass Fahrzeuge auf geraden Strecken eine hohe Geschwindigkeit aufnehmen können.

Bei der Amokfahrt vom 1. Dezember 2020 war ein Mann mit seinem Geländewagen in hohem Tempo durch die Fußgängerzone gerast. Er tötete fünf Menschen, zudem wurden viele verletzt und traumatisiert.

Trier sei mit seinem urbanen Sicherheitskonzept „beispielgebend zumindest für Rheinland-Pfalz“, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids über 675 000 Euro für die erste Bauphase. Er sicherte eine Förderung von 90 Prozent bei Kosten in Höhe von insgesamt 6,6 Millionen Euro zu.

Neben Trier stünden im Land auch Mainz und Bad Dürkheim bei der Erarbeitung von Sicherheitskonzepten besonders im Fokus. „Das sind die drei Kommunen, wo wir vordenken wollen, wo wir Vorschläge erarbeiten wollen, wie wir Sicherheitskonzepte, urbane Sicherheit für unsere Städte insgesamt bewerten wollen“, sagte Lewentz. 2022 stehe in Mainz das große Fest zum 75-jährigen Bestehen des Landes Rheinland-Pfalz an. Und Bad Dürkheim habe mit dem Wurstmarkt eines der größten Volksfeste in Deutschland.

„Wir wollen, dass die Menschen weiterhin in den Innenstädten flanieren können, spazieren gehen können, einkaufen können und das Gefühl haben, dass der Staat, die Kommune und das Land alles dafür tun, dass die Menschen sicher in der Stadt unterwegs sein können“, sagte der Minister. Aber: „Wir versprechen nicht die absolute und 100-prozentige Sicherheit. Das können wir nicht.“

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sagte, es gehe jetzt darum, „dass wir zügig einen Poller nach dem anderen setzen“. Opfer und Augenzeugen der Amokfahrt berichteten immer wieder, wie wichtig es für sie sei, „wieder ein Sicherheitsgefühl in der Stadt“ zu haben. Auch Menschen, die nicht betroffen seien, sagten heute noch, dass sie immer schauten, wenn sie ein Fahrzeug in der Fußgängerzone sähen. Die ersten Poller sollen bis 1. Dezember fertig sein.

Laut Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) wird die Innenstadt im Konzept in zehn Zonen aufgeteilt, die durch Barrieren voneinander getrennt sind. Die Poller würden Fahrzeuge mit einem Gewicht von zwölf Tonnen bei Tempo 80 stoppen. Der Lieferverkehr in die Fußgängerzone soll künftig nur noch von 6 bis 11 Uhr zugelassen sein. Danach gebe es Zufahrt für Berechtigte, Anwohner sowie Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte.

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Urbanes Sicherheitskonzept der Stdat Trier