Archivierter Artikel vom 24.02.2020, 02:30 Uhr

Mutmaßliche Schleuser wegen arrangierter Ehen vor Gericht

Sie soll Dutzende Scheinehen arrangiert und damit enormen Profit gemacht haben. Ein lukratives Geschäft, das funktioniert und die Behörden vor Probleme stellt. Nun kommt eine mutmaßliche Bande von Schleusern in Stuttgart vor Gericht.

Ein Mikrofon steht in einem Gerichtsaal
Ein Mikrofon steht in einem Gerichtssaal im Gebäude des Oberlandesgerichts.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Stuttgart (dpa/lsw) – Eine mutmaßliche Bande von Schleusern muss sich in den kommenden Monaten in Stuttgart vor Gericht verantworten, weil sie Dutzende Scheinehen arrangiert haben soll. Die acht angeklagten Vermittler kommen vor allem aus Indien. Sie waren im vergangenen Mai nach monatelangen Ermittlungen bei einer Razzia in mehreren Städten in Baden-Württemberg und im Saarland festgenommen worden und sitzen seither in Untersuchungshaft.

Die Männer sollen gemeinsam mit weiteren Verdächtigen zwischen Juni 2014 und Mai 2019 mindestens 39 illegale Eheschließungen organisiert haben, vorwiegend zwischen Männern aus Indien oder Pakistan mit bulgarischen oder griechischen Frauen. Das Ziel: ein Aufenthaltsrecht in Deutschland. Ein Geschäft, das sich lohnt für die Schleuser. Der illegale Gewinn in einem solchen Fall liegt laut Landeskriminalamt Baden-Württemberg bei jeweils bis zu 25 000 Euro.

Nach dem Auftakt des Prozesses heute (13.30 Uhr) vor dem Landgericht Stuttgart hat die Kammer Verhandlungstermine bis mindestens kommenden Mai geplant.

Verhandlungstermine Landgericht Stuttgart

Polizeimeldung nach den Festnahmen