Archivierter Artikel vom 21.04.2021, 14:00 Uhr
Saarbrücken

Missbrauchsverdacht an HNO-Klinik: Ermittlungen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat ihre Ermittlungen wegen Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs an der HNO-Klinik am Universitätsklinikum in Homburg eingestellt. Es habe in diesem Zusammenhang sieben Verfahren gegeben, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Saarbrücken mit. Die Ermittlungen hätten nicht „zu Hinweisen auf die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Personen“ geführt. Zuvor hatte die „Saarbrücker Zeitung“ (Mittwoch) darüber berichtet.

Von dpa/lrs
Eine Statue mit verbundenen Augen am Eingang eines Gerichts
Eine Statue der Justitia mit verbundenen Augen am Eingang eines Gerichts.
Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

Die Verdachtsfälle in der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik (HNO) waren in der zweiten Jahreshälfte von 2019 bekanntgeworden. Es ging dabei um auffällige Verletzungen bei Kindern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei nicht zu klären gewesen, ob festgestellte Verletzungen oder Auffälligkeiten die Folge von sexuellem Missbrauch waren – und ob es Zusammenhänge zwischen den Vorfällen gab.

In einem Fall sei ein Bezug zur Behandlung ausgeschlossen worden, weil die Auffälligkeiten bereits zuvor gewesen seien, hieß es. Die Einstellung der Verfahren erfolgte im Januar: Es habe keine weiteren „erfolgversprechende Ermittlungsansätze“ gegeben.

Zuvor war am Universitätsklinikum Homburg im Sommer 2019 ein Missbrauchsverdacht gegen einen 2016 gestorbenen Assistenzarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Homburg bekanntgeworden. Er soll von 2010 bis 2014 mehrere Kinder bei Untersuchungen sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft hatte damals wegen der Verdachtsfälle ermittelt – das Verfahren aber nach dem Tod des Arztes eingestellt.

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