Archivierter Artikel vom 03.03.2021, 17:50 Uhr
Mainz

Mehr als jeder Dritte in Rheinland-Pfalz nutzt Briefwahl

Viel Arbeit für die kommunalen Briefwahlbüros vor der Landtagswahl. In Mainz zeichnet sich eine doppelt so hohe Briefwahlnutzung wie vor fünf Jahren ab. Die Post spricht schon von einem „Rekord an Wahlbriefen“.

Von dpa/lrs
Briefwahlbüro in Mainz
Der Weg zum Briefwahlbüro in Mainz wird auf einer Glasfront angezeigt.
Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild

Mainz/Bad Ems (dpa/lrs) – Mehr als jeder dritte Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz hat bisher die Unterlagen zur Briefwahl angefordert. Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl am 14. März zeichnete sich in der Landeshauptstadt Mainz eine doppelt so hohe Briefwahlnutzung wie bei der letzten Wahl von 2016 ab, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Nach einer Umfrage der Landeswahlleitung machten bis zum 1. März nahezu 37 Prozent der rund 3,1 Millionen Wahlberechtigten von der Briefwahl Gebrauch. „Dies ist gegenüber der Landtagswahl 2016 schon zum jetzigen Zeitpunkt eine deutliche Erhöhung um mehr als 14 Prozentpunkte“, erklärte Landeswahlleiter Marcel Hürter. Bei einer angenommenen Wahlbeteiligung von rund 70 Prozent würde dies einem Briefwähleranteil von fast 53 Prozent entsprechen. Bei der Landtagswahl 2016 waren es etwa 31 Prozent.

Bei einem Besuch des Briefwahlbüros im Stadthaus an der Großen Bleiche sagte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), in Corona-Zeiten gebe die Briefwahl die Möglichkeit zu einem ebenso komfortablen wie sicheren Wählen. Er selbst habe sich auch zum ersten Mal für die Briefwahl entschieden. Bislang haben 98 200 Menschen oder 46 Prozent aller Wahlberechtigten in Mainz Briefwahl beantragt oder bereits ihre Stimme abgegeben. Erwartet wird ein weiterer Anstieg. Bei der letzten Landtagswahl 2016 hatten Briefwahlstimmen in Mainz einen Anteil von 24 Prozent. In Erwartung einer hohen Briefwahlnutzung hat die Stadt die Zahl der Briefwahl-Stimmbezirke von 52 auf 80 erhöht, bei 119 Wahllokalen für die Stimmabgabe vor Ort am 14. März.

Von einem „Rekord an Wahlbriefen für die Landtagswahl“ ist bei der Deutschen Post die Rede. „Natürlich haben wir das vorab so eingeplant“, sagte die Leiterin der Postniederlassung Koblenz, Anke Podewin. „Alle Zeichen deuteten darauf hin, dass durch die Pandemie bedingt die Anzahl der Briefwähler stark ansteigt.“ Um die hohe Zahl der Wahlbriefe bewältigen zu können, würden Briefkästen öfter geleert, Aushilfen eingestellt und teilweise auch Arbeitszeiten erhöht.

In Ludwigshafen forderten seit dem 8. Februar 29,3 Prozent der rund 101 000 Bürgerinnen und Bürger die Unterlagen zur Briefwahl an, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte. In Koblenz waren es nach Angaben der Stadt bis Anfang der Woche 40,4 Prozent der 82 760 Wahlberechtigten. Damit wurde der bisherige Spitzenwert bei der Bundestagswahl 2017 übertroffen. In Kaiserslautern gingen für 27,1 Prozent der 70 000 wahlberechtigten Männer und Frauen Briefwahlanträge ein, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte. In Trier haben bis Anfang der Woche mehr als 27 300 Menschen die Briefwahl beantragt, das entspricht einem Anteil von 34,6 Prozent der rund 79 000 Wahlberechtigten.

Briefwahl kann noch bis Freitag, 12. März, um 18.00 Uhr, bei der zuständigen Verbandsgemeinde- oder Stadtverwaltung beantragt werden. Am Tag der Landtagswahl sind die Wahllokale für die Urnenwahl von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eine Wahlteilnahme ist auch ohne Wahlbenachrichtigung möglich, wenn ein gültiger Personalausweis oder Reisepass vorgelegt wird und der Eintrag im Wählerverzeichnis vorliegt.

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