Archivierter Artikel vom 06.03.2021, 08:00 Uhr

Masken, Spuckschutz und Geduld: Wählen in Corona-Zeiten

Erstmals in seiner 75-jährigen Geschichte erlebt Rheinland-Pfalz eine Landtagswahl in einer Pandemie. Während die Briefwahlquote auf einen Rekord zusteuert, könnte in Wahllokalen mehr Geduld nötig sein.

Cornavirus – FFP3 Atemschutzmasken
Zwei FFP3 Atemschutzmasken liegen auf einem Tisch im Sonnenschein.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Bad Ems (dpa/lrs). Bei der ersten rheinland-pfälzischen Landtagswahl in Seuchenzeiten müssen sich Wähler und Wahlhelfer zur Vermeidung von Corona-Infektionen an eine Reihe neuer Regeln halten. Wer sich nicht – wie diesmal ungewöhnlich viele Bürger – für die kontaktlose Briefwahl entscheidet, kann zwar am 14. März seine Kreuzchen für einen Direktkandidaten und eine Partei wie gewohnt in Wahllokalen machen. Diese sollen allerdings laut dem Hygienekonzept des Landes möglichst groß sein. Damit soll angesichts der Corona-Pandemie der Mindestabstand von eineinhalb Metern gewährleistet werden. Ist das Wahllokal zu voll, müssen Wähler davor erst warten, bis genug Wahlberechtigte es wieder verlassen haben.

Vor dem Betreten muss sich zudem jeder die Hände desinfizieren. Bodenmarkierungen sollen Einbahnregelungen sicherstellen. Im Wahllokal gilt Maskenpflicht. Gegebenenfalls müssen Wähler die Masken allerdings kurz abnehmen, damit ihre Identität geklärt werden kann.

Wer seine Maske vergessen hat, soll laut einem Rundschreiben der Landeswahlleitung an die Kommunen aufgefordert werden, sich eine zu beschaffen, alternativ kann eine angeboten werden. Bei hartnäckigen Maskenverweigerern kann der Wahlvorstand notfalls Mitarbeiter des Ordnungsamts oder die Polizei rufen. Nur Wähler mit entsprechendem ärztlichen Attest dürfen ohne Masken ihre Kreuzchen machen.

Der 1,50-Meter-Sicherheitsabstand gilt auch für alle Mitglieder der Wahlvorstände. Wer direkten Kontakt zu Wählern hat, soll mit einer Spuckschutzwand zusätzlich geschützt werden. Nach jeder Stimmabgabe muss die Wahlkabine desinfiziert werden. Stifte werden nur einmal benutzt. Man kann auch seinen eigenen Kugelschreiber mitbringen.

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz empfiehlt im Wahllokal alle 20 Minuten eine Stoßlüftung von jeweils mindestens drei bis fünf Minuten Dauer. Sollte sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch ein Wahlhelfer anstecken, gelte der Versicherungsschutz der Kasse: „Dieser beinhaltet zeitlich und finanziell unbegrenzt mit allen geeigneten Mitteln die Wiederherstellung der Gesundheit anzustreben.“

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Hygienekonzept für Wahllokale

Unfallkasse RLP zur Hygiene in Wahllokalen