Archivierter Artikel vom 25.11.2020, 17:20 Uhr
Mainz

Mainzer Bischof verteidigt Sparbeschlüsse

Zwei Monate nach dem Beschluss zur Schließung von fünf Schulen im Bistum Mainz hat Bischof Peter Kohlgraf die Sparmaßnahmen verteidigt. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Bistumszeitung „Glaube und Leben“ sagte der Geistliche, es gehe jetzt darum, sich als Kirche in einer säkularen Gesellschaft eine Form zu geben, „die wir uns leisten können und die der Realität gerecht wird“. Kohlgraf bezog sich mit dem Hinweis auf die säkulare Gesellschaft auf sinkende Zahlen von Kirchenmitgliedern und zunehmend atheistische Haltungen in Deutschland.

dpa/lrsLesezeit: 1 Minuten
Peter Kohlgraf
Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf.
Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild

Eine ärmere Kirche müsse nicht zwangsläufig weniger lebendig sein, betonte Kohlgraf. Es gehe verstärkt darum, „ein offenes Auge und Ohr zu haben für die Not von Menschen“.

Das in Rheinland-Pfalz wie in Hessen vertretene Bistum Mainz hat bislang 18 Schulen in eigener Trägerschaft. Nach der Ankündigung der Sparmaßnahmen Ende September kam es zu Protesten gegen die geplante Schließung von fünf Schulen sowie von drei Tagungshäusern. Für die Liebfrauenschule in Bensheim, die Hildegardisschule Bingen, die Martinus-Grundschule in Mainz-Gonsenheim sowie das Ketteler-Kolleg und -Abendgymnasium in Mainz soll ein neuer Träger gefunden werden. Zudem soll für das Theresianum-Ganztagsgymnasium in Mainz eine eigene Trägerkonstruktion geschaffen werden, möglicherweise in Form einer Stiftung. Geplant ist zudem die Schließung von Tagungsstätten in Ilbenstadt, Heppenheim und Bingen.