Luxemburgs Großherzog nimmt Frau gegen Kritik in Schutz

Luxemburgs Regierung hatte eine Untersuchung über das Finanzgebaren am großherzoglichen Hof beauftragt. Jetzt ist der Bericht fertig. Bevor Inhalte bekannt werden, stellt sich Großherzog Henri schützend vor seine Frau.

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Luxemburgs Großherzog Henri und Frau Maria Teresa
Die luxemburgische Großherzogin Maria Teresa und Großherzog Henri bei einem Empfang.
Foto: Harald Tittel/dpa

Luxemburg (dpa/lrs) – In einer Debatte über die Verwaltung des großherzoglichen Hofs in Luxemburg hat Großherzog Henri seine Frau Maria Teresa gegen Kritik in Schutz genommen. In einem am Montag veröffentlichten offenen Brief verwahrte er sich gegen „unfaire Beschuldigungen“ gegen seine Frau, unter denen „meine ganze Familie“ leide. Anlass ist ein Bericht über die Personalpolitik und das Finanzgebaren am Hof, den Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel im Sommer vergangenen Jahres in Auftrag gegeben hatte.

Dieser Bericht, den ein ehemaliger ranghoher Finanzbeamter erstellt hatte, wurde nach Angaben von RTL vergangenen Freitag Bettel übergeben. In Zuge der Erstellung dieses Berichts waren in den Medien wiederholt Vorwürfe gegen Großherzogin Maria Teresa (63) aufgetaucht. Tenor: Sie sei für eine hohe Personalfluktuation am Hof verantwortlich.

Großherzog Henri (64) erklärte, er wolle weiter an der Spitze des Staates stehen. Er habe „aus dem Wunsch nach Offenheit, Transparenz und Modernität“ der internen Untersuchung zugestimmt. Seit seiner Thronbesteigung 2000 hätten er und sein Frau „den gemeinsamen Wunsch, bei der Modernisierung unserer konstitutionellen Monarchie behilflich zu sein“, gehabt. „Und wir möchten auch weiter zu diesem Prozess beitragen“, schrieb Henri.

Seine Frau habe sich in den vergangenen 39 Jahren mit „Hingebung“ für Luxemburg eingesetzt. Sie haben Kampagnen für Betroffene mit Lese- und Rechtschreibstörung gemacht und die Bildung von Mädchen und Frauen gefördert. Zudem habe sie gegen sexuelle Gewalt und für inhaftierte Kinder in Afrika gekämpft. Darauf sei er stolz, teilte der Großherzog mit.

Luxemburg mit gut 600 000 Einwohnern ist das einzige Großherzogtum der Welt. In 2020 bekommt wird die großherzogliche Familie laut Budgetvorlage mit gut zehn Millionen Euro vom Staat unterstützt.

Premierminister Bettel werde sich „zum gegebenen Zeitpunkt“ zu dem zum großherzoglichen Hof erstellten Bericht äußern, teilte seine Sprecherin am Montag mit. Zuvor stehe eine „tiefgreifende Analyse“ an. Zudem werde der Bericht dem Parlament vorgelegt. Wann dies der Fall sein werde, steht noch nicht fest, voraussichtlich aber im Februar, sagte sie.

Offener Brief von Luxemburgs Großherzog Henri