Lichterhaus und Riesenkerze: Freude über Adventsbeleuchtung

Gerade in bitteren Corona-Zeiten fallen illuminierte Weihnachtshäuser und adventlich angestrahlte Baudenkmäler ins Auge. Kitsch oder Kinderfreude? Zwei Beispiele an der Mosel und in der Osteifel.

Weihnachtshaus in Klotten
Rentner Josef Johann baut vor seinem Haus bunte leuchtende Weihnachtsdekoration auf.
Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

Klotten/Mayen (dpa/lrs) – Hell erleuchtete bunte Figuren, Rentierschlitten, Geschenke und ein Lichtermeer: Auch in diesem Corona-Advent soll das Weihnachtshaus von Josef Johann im Moseldorf Klotten wieder viele Bewunderer anziehen. „Neulich hat mir beim Einkaufen ein kleines Mädchen gesagt, dass es das Haus letztes Jahr so schön gefunden hat und jetzt wiederkommen will“, sagt der frühere Pflasterer im Straßenbau und Kellner in seinem Haus im Kreis Cochem-Zell. So etwas freue ihn sehr. Nach mehrwöchigen Vorbereitungen soll alles vom ersten Advent (28.11.) an dauerhaft leuchten. Auch anderswo in Rheinland-Pfalz sollen wieder Weihnachtshäuser leuchten – und ebenso manche illuminierte Baudenkmäler wie der Goloturm in Mayen in der Osteifel.

Johann beleuchtet sein Haus schon seit etlichen Jahren. Im Internet hole er sich Anregungen, sagt der 64-Jährige. „Ich war auch mein ganzes Leben Handwerker, das hilft“, ergänzt Johann. „Ich freue mich das ganze Jahr, wenn es so weit ist.“ Bis 22.00 Uhr lasse er abends draußen auch Weihnachtsmusik ertönen – in Absprache mit den Nachbarn. „Letztes Jahr haben sich hier auch Leute mit Glühwein hingesetzt, so hat es ihnen gefallen.“

Und der Energieverbrauch bei steigenden Strompreisen? „Klar, es ist mehr als in einem normalen Drei-Personen-Haus. Aber alles ist LED und in den Figuren habe ich Energiesparlampen“, erklärt Johann. „Letztes Jahr haben mir auch Leute fünf oder zehn Euro für den Strom in die Hand gedrückt.“

Auf Facebook sind Ende 2020 die Meinungen auseinandergegangen. „Ich find's kitschig“, hieß es beispielsweise. Oder „weniger ist mehr“. Andere waren begeistert: „Cool! In New York gibt es Touren von Stadtführern zu genau solchen Häusern.“ Oder: „Was gibt es schöneres als leuchtende Kinderaugen?“ Johann kennt nach eigenen Worten „eine alte Dame, die das kitschig findet. Trotzdem kommt sie immer wieder.“

In Mayen in der Osteifel sollte sich von Freitagabend (26.11.) an der 34 Meter hohe Goloturm der mittelalterlichen Genovevaburg wieder in eine riesige Adventskerze verwandeln. Laut Stadtsprecherin Jasmin Alter ist der Docht ein gelb illuminiertes, sechs Meter hohes Metallgestell oben am Fahnenmast des Turms. Darunter sollten von Hobbykletterern und einer Elektrofirma LED-Netzteile rund um das Bauwerk montiert werden, die rot leuchten. Nach Worten der Sprecherin wird die Riesenkerze an der Genovevaburg, dem Wahrzeichen der Kleinstadt, bis zum 6. Januar täglich morgens und abends erstrahlen.

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