Landesregierung will „mit vollem Elan“ neue Projekte angehen

Transformation und ein neues Lernen an der Schule nennt Ministerpräsidentin Dreyer als zentrale Aufgaben der Arbeit im neuen Jahr. Der neue Zukunftsrat für nachhaltige Entwicklung soll bis zum Frühjahr erstmals zusammentreffen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer
Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, sitzt bei einem Interview.
Foto: Andreas Arnold/dpa

Mainz (dpa/lrs). Das erste halbe Jahr der Landesregierung war geprägt von Flutkatastrophe, Pandemie und Bundestagswahl – 2022 will die rheinland-pfälzische Ampel mit eigenen Vorhaben Fahrt aufnehmen. „Nach den Feiertagen wollen wir mit vollem Elan unsere Großprojekte angehen, zeitgleich den Wiederaufbau im Ahrtal weiter vorantreiben“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind mit so großen Belastungen gestartet, da vergisst man, dass wir noch am Beginn der Legislaturperiode stehen.“

An erster Stelle nennt die Regierungschefin die Transformation. Der schillernde Begriff umfasst die Veränderungsprozesse insbesondere im Wirtschafts- und Arbeitsleben, die mit der beschleunigten Digitalisierung ebenso einhergehen wie mit dem Verzicht auf fossile Brennstoffe. „Bei der Begleitung dieser Transformation wollen wir ganz vorne mit dabei sein und neue Technologien fördern wie Energie aus Wasserstoff und eine klimaneutrale Chemie-Industrie“, sagte Dreyer. „Das ist ja ein wichtiges Stück Zukunft für unser Bundesland.“

Die Gestaltung der Transformation werde unterstützt von der Aufbruchsstimmung am Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz, sagte die Ministerpräsidentin. „Die Weiterentwicklung des Biotechnologiestandortes geht zügig voran.“ So werde in Mainz gemeinsam mit der Stadt die Ansiedlung neuer Unternehmen und von Ausgründungen aus der Forschung unterstützt.

Als Herzensthema bezeichnet Dreyer das Projekt der „Schule der Zukunft“. Jede Schule werde Weg zu neuen Unterrichtsformen in ihrem eigenen Tempo entwickeln. „Mit der gezielten Landesförderung können im neuen Jahr große Fortschritte gemacht werden.“ In der „Schule der Zukunft“ gehe es auch darum, „neue Lernfelder zu erschließen, um die Kinder fit zu machen für eine Welt, die sich so schnell verändert“. Dazu sollen neue Formen gehören, um miteinander und voneinander zu lernen. Bislang gebe es nur ganz wenige Bundesländer, die beim Thema „Schule der Zukunft“ schon so weit seien wie Rheinland-Pfalz. „Auf dem Weg zur Schule der Zukunft wird sich zeigen, dass der Bildungsföderalismus nach wie vor seine Vorteile hat.“

Bei den längerfristig angelegten Projekten will die Landesregierung den Rat von Experten einholen. „Sowohl der Biotechnologie-Beirat als auch der Zukunftsrat für nachhaltige Entwicklung wird bis zum Frühjahr zum ersten Mal zusammentreffen“, kündigte Dreyer an. Die Gespräche mit der Vorsitzenden des rund 20 Mitglieder umfassenden Zukunftsrats, Jutta Allmendinger, hätten deutlich gemacht, in welche Richtung die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes weiterentwickelt werden sollte. „Der Zukunftsrat wird ein wichtiger Impulsgeber sein und unsere Vorhaben wissenschaftlich fundiert begleiten.“

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