Archivierter Artikel vom 03.06.2020, 10:00 Uhr

Lafontaine schenkt Museum Aktenkoffer und Schuhe

Saarbrücken (dpa/lrs) – Einen Aktenkoffer und ein Paar Schuhe: Diese zwei persönlichen Dinge hat Oskar Lafontaine (Linke) dem Historischen Museum Saar dauerhaft als Schenkung überlassen. „Beide Objekte stehen im Zusammenhang mit wichtigen historischen Ereignissen“, sagte der stellvertretende Museumsleiter Reiner Jung am Mittwoch in Saarbrücken. In den Aktenkoffer hatte Lafontaine seine Sachen im Büro in Bonn gepackt, nachdem er im März 1999 spektakulär als SPD-Vorsitzender und Bundesfinanzminister zurückgetreten war.

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Oskar Lafontaine spricht während eines Interviews
Oskar Lafontaine spricht während eines Interviews in seinem Büro im Landtag.
Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

Sein Rücktritt, der damals ein politisches Beben auslöste, erfolgte aus Kritik am Regierungskurs des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD). „Es war sicherlich die Entscheidung in meinem politischen Leben, die mich am stärksten belastet hat“, hatte Lafontaine 20 Jahre nach dem Datum im März 2019 der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Seit 2009 ist der Saarländer Vorsitzender der Landtagsfraktion der Linken im saarländischen Landtag.

Die schwarzen Schuhe, die Lafontaine dem Museum auch überlassen hat, trug er 1985 bei seiner Vereidigung zum ersten sozialdemokratischen Ministerpräsident des Saarlandes. Beide Objekte waren 2018 bereits in einer Sonderausstellung über prominente Menschen aus dem Saarland gezeigt worden.

„Wir hatten damals bei Lafontaine angefragt und er hatte sie uns gegeben“, sagte Jung. Nun dürfe das Museum sie dauerhaft behalten. „Für uns sind sie bedeutsam, weil sie wichtige historische Ereignisse aufrufen.“ Der Aktenkoffer und die Schuhe könnten in einer neuen Dauerausstellung einen festen Platz bekommen, hieß es.

Historisches Museum Saar