Berlin/Mainz

Klöckner kann Vatikan-Entscheidung „nicht nachvollziehen“

Mit „großem Unverständnis“ hat die CDU-Politikerin Julia Klöckner auf das Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Partnerschaften reagiert. „Italien liegt zwar in Europa, der Vatikan scheint aber gerade in einem anderen Universum unterwegs zu sein“ sagte die Theologin, die Mitglied im Zentralkomitee deutscher Katholiken ist, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Julia Klöckner spricht
Julia Klöckner (CSU), Bundeslandwirtschaftsministerin, spricht.
Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Paaren den Segen zu verweigern, nur weil sie homosexuell seien, sei „so unverständlich“ und habe nichts mehr mit der Lebenswelt der Menschen zu tun. „Es geht an den Bedürfnissen schlichtweg vorbei“, sagte die Bundesagrarministerin. Kirche brauche Akzeptanz und Relevanz. „Aber mit solchen Äußerungen verspielt sie diese.“

Sie freue sich als Kirchenmitglied, dass es Menschen gebe, denen der Segen Gottes noch etwas bedeute. „Sie so vor den Kopf zu stoßen – ich kann es wirklich nicht nachvollziehen. Und das macht mich traurig“, sagte Klöckner. „In meiner Kirchengemeinde wurden Kräuter und Pferde gesegnet. Schön. Dann sollten liebende und bekennende Paare, die kein Unrecht begehen, denen der Segen etwas bedeutet, davon nicht ausgeschlossen werden!“ Klöckner ist Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz.

Am Montag hatte die Glaubenskongregation des Vatikans klargestellt, dass die katholische Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei. Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne. Die Entscheidung hat in Deutschland Protest ausgelöst.

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