Jäger erwarten wieder mehr Wildschwein-Abschüsse

Noch vor zwei Jahren verzeichneten die Jäger im Saarland und in Rheinland-Pfalz Spitzenzahlen beim Abschuss von Wildschweinen. Dann kam Corona.

Treibjagd
Ein Warnhinweisschild steht während einer Treibjagd am Rande einer Straße.
Foto: Andreas Dunker/dpa/Archivbild

Saarbrücken/Mainz (dpa/lrs) – Nach Rekordzahlen 2019 und drastischen Einbrüchen im vergangenen Jahr rechnen die Jäger im aktuellen Jagdjahr wieder mit mehr Schwarzwild-Abschüssen. Der Geschäftsführer der Saarjäger, Johannes Schorr, geht davon aus, dass die Zahl von 6600 erlegten Wildschweinen im Jagdjahr 20/21 „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ übertroffen werde. Das Jagdjahr dauert noch bis zum 31. März.

Laut Vereinigung der Saarjäger seien allein in den saarländischen Privatrevieren vom 1. April bis zum 2. Dezember 2021 insgesamt 4475 Stück erlegte Wildschweine gemeldet worden – hinzu kamen 1003 in den Revieren des Saarforstes.

„Derzeit sind wir etwa in der Mitte der jährlichen Drückjagdsaison, so dass mit deutlich höheren Zahlen bis zum Ende des Jagdjahres gerechnet werden kann“, so Landesjägermeister Josef Schneider. Eine Drückjagd ist eine Form der Treibjagd. Dennoch müsse man berücksichtigen, dass im Bereich der Drückjagd „erhebliche coronabedingte Einschränkungen und ein strenges Hygienekonzept“ zu beachten seien. So dürfen seit dem 2. Dezember nur noch Geimpfte und Genesene an einer solchen Jagd teilnehmen. Und so manche Jagd werde sicherlich nicht stattfinden, weil es für die Veranstalter coronabedingt einen sehr großen Aufwand gebe.

Was jedoch bliebe, sei die Einzeljagd, die laut Schneider „sicherlich durchaus erfolgversprechend“ sei, weil das Saarland zu den Bundesländern gehöre, in denen seit einiger Zeit Nachtsichttechnik auf der Jagd eingesetzt werden dürfe. „Dennoch kann kaum erwartet werden, dass die Rekordstrecke des Jagdjahres 2019/20 mit 13 128 Stück Schwarzwild erreicht oder gar übertroffen wird“, sagt er.

Dies sei nicht nur die höchste Strecke gewesen, die jemals im Saarland erzielt wurde – die Saarjäger hätten auch bundesweit mit 5,11 erlegten Sauen je Quadratkilometer Landesfläche knapp vor Rheinland-Pfalz mit 5,04 den Spitzenplatz eingenommen.

Auch im Nachbarland war die Jagdstrecke beim Schwarzwild im Folgejahr um rund 45 Prozent eingebrochen. Aktuelle Abschusszahlen liegen dem Landesjagdverband Rheinland-Pfalz derzeit noch nicht vor. Im Vergleich zum Lockdown 2020 seien Drückjagden mit 2G-Regeln aktuell jedoch „machbarer“ und leichter umzusetzen, sagt Pressesprecher Günther D. Klein.

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Vereinigung der Jäger des Saarlandes

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz