Archivierter Artikel vom 31.03.2020, 02:50 Uhr

Interesse an Kurzarbeit: Betriebe beantragen Corona-Hilfe

Die Corona-Krise legt die Wirtschaft auch in Rheinland-Pfalz praktisch lahm. Kurzarbeit ist da ein wichtiges Instrument, um Entlassungen zu vermeiden. Die Arbeitsagentur will Einzelheiten nennen.

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Agentur für Arbeit
Ein Mann geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei.
Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Mainz (dpa/lrs). Inmitten der Corona-Krise will die Bundesagentur für Arbeit am (heutigen) Dienstag aktuelle Zahlen zu den Anträgen auf Kurzarbeit bekanntgeben. Die Regionaldirektion in Saarbrücken hat Angaben für Rheinland-Pfalz und das Saarland angekündigt. Der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele, erwartet, dass in der Corona-Krise mehr Menschen auf Kurzarbeit angewiesen sein werden als zur Zeit der Finanzkrise von 2008 und 2009. Damals stieg die Zahl in der Spitze bis auf 1,44 Millionen – der bisherige Rekordwert.

Die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen machen vielen Unternehmen in Rheinland-Pfalz schwer zu schaffen. Angesichts von Kontaktverboten, der Schließung von Geschäften und gastronomischen Betrieben und wegbrechender Aufträge ist das Interesse an Hilfen groß. Bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) seien in den ersten zwölf Stunden nach dem Start des Sofortprogramms des Bundes für Zuschüsse in der Corona-Krise mehr als 2100 Anträge eingegangen, hieß es.

Dies seien bis Montagmorgen allein die per E-Mail gestellten Anträge, ohne die per Fax eingereichten Formulare, sagte eine Sprecherin der landeseigenen Bank. „Das Fax ist übergelaufen.“ Solo-Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen bis zu fünf Vollzeitstellen können über das Programm bis zu 9000 Euro erhalten, um ihren akuten Liquiditätsbedarf für drei Monate zu decken.

Doch schon vor dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 gab es kräftige Bremsspuren in der Wirtschaft des Bundeslandes. Die in Rheinland-Pfalz erbrachte Wirtschaftsleistung schrumpfte im vergangenen Jahr preisbereinigt um 1,3 Prozent und damit so stark wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilte. Die Abschwächung beim Bruttoinlandsprodukt sei vor allem auf die Industrieproduktion zurückzuführen, sagte der Präsident des Statistischen Landesamts, Marcel Hütter.

Rheinland-Pfalz schnitt damit schwächer ab als Deutschland mit einem preisbereinigten Plus von 0,6 Prozent. 2009 war das Bruttoinlandsprodukt in Rheinland-Pfalz in Folge der weltweiten Finanzkrise um 5,0 Prozent eingebrochen.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist zum Wochenbeginn etwas langsamer gestiegen als in der vergangenen Woche: Die Gesundheitsämter meldeten bis Montag (Stand: 10.00 Uhr) 2686 Infektionen mit dem Virus, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Aussagen über einen längerfristigen Trend können aber erst nach mehreren Tagen getroffen werden. Bisher starben 19 Menschen in Rheinland-Pfalz an der durch das Virus verursachten Krankheit Covid-19.

Informationsportal Rheinland-Pfalz zum Corona-Virus