Archivierter Artikel vom 15.08.2020, 09:40 Uhr
Rémering/Heusweiler

In Corona-Zeiten werden mehr Eichhörnchen in Not gefunden

Sie nennt sich selbst „Eichhörnchen-Mama“: Fast 1000 kleine Hörnchen hat Monika Pfister in ihrer Pflegestelle im saarländischen Heusweiler in den vergangenen zehn Jahren bereits aufgezogen. In diesem Jahr hat sie so viel zu tun wie nie zuvor. Nicht, weil mehr Eichhörnchen in Not sind. Sondern wegen Corona: „Die Leute waren mehr in der Natur unterwegs und haben mehr Tiere gefunden und vorbei gebracht“, sagt die 47-Jährige.

Lesezeit: 1 Minuten
Eichhörnchen-Pflegerin Monika Pfister sitzt an einem Tisch
Eichhörnchen-Pflegerin Monika Pfister sitzt an einem Tisch, auf dem sich junge Eichhörnchen tummeln.
Foto: Harald Tittel/dpa

Normalerweise ziehe sie im Jahr zwischen 70 bis 80 Hörnchen auf, bevor sie sie wieder auswildert. „Dieses Jahr sind es schon locker 200 Stück.“ Sie füttert im Zwei-Stunden-Takt und hat ihre Kleinen sogar in ihren Urlaub auf einen Campingplatz im nahe gelegenen französischen Rémering mitgenommen.

Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) stellt fest, dass die Menschen im Corona-Jahr mehr Wildtiere zu Auffangstationen und Tierärzten bringen. Gerade bei Jungvögeln habe man das stark beobachtet, sagt Nabu-Sprecherin Tizia Labahn in Berlin. Viele Jungvögel benötigten aber keine menschliche Hilfe, sondern verhielten sich artgerecht und seien noch auf die Fütterung der Eltern angewiesen.

Auch „verwaiste“ Igel seien vermehrt gefunden und abgegeben worden. Labahn rät, sich immer zu informieren, bevor man ein vermeintlich hilfsbedürftiges Tier aufnehme. Insgesamt seien die Menschen in diesem Jahr aufmerksamer für die Natur um sie herum geworden.

Wildtierauffangstationen und -pflegestellen in Deutschland

Eichhörnchen in Not – Monika Pfister