Archivierter Artikel vom 13.12.2019, 10:20 Uhr

Immer mehr Pflegekräfte aus dem Ausland im Saarland

Saarbrücken (dpa/lrs) – Die Zahl der aus dem Ausland zugewanderten Pflegekräfte im Saarland hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Waren 2011 noch 473 Pflegekräfte aus dem Ausland in der Statistik erfasst, waren es im Jahr 2018 dann 1356, teilte die saarländische Landesregierung auf eine Anfrage der Linke-Abgeordneten Astrid Schramm mit. Mehr als die Hälfte (rund 56 Prozent) jener Pflegekräfte insgesamt (2018) stammte aus einem EU-Land.

Lesezeit: 1 Minuten
Eine Pflegekraft begleitet eine Bewohnerin eines Altenheims
Eine Pflegekraft begleitet eine Bewohnerin eines Altenheims.
Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Zu den Herkunftsstaaten mit den höchsten Zahlen gehörten Frankreich (182), Italien (145), Polen (144), Rumänien (129) und die Türkei (111). Insgesamt stammten die Pflegekräfte aus mehr als 50 verschiedenen Ländern. Hintergrund der Anwerbung aus dem Ausland ist der Mangel an Pflegefachkräften in Deutschland.

Die Landesregierung teilte mit, im Saarland habe sich Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege seit 2011/2012 auf rund 1500 verdoppelt. Die Zahl der Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege sei seitdem um gut 450 auf fast 1850 Plätze gestiegen. Zudem seien die Pflegeberufe attraktiver gemacht worden. Dennoch seien auch noch weitere Anstrengungen zur Gewinnung von Pflegekräften aus dem Ausland „ergänzend notwendig“.

Im Rahmen der „Konzertierten Aktion Pflege“ ist im Oktober eine Dachorganisation in Saarbrücken gegründet worden, die die Auslandsanwerbung von Pflegefachkräften bundesweit steuern soll. Die „Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe“ werde zusätzlich aus Mexiko, den Philippinen und später auch aus Brasilien ausgebildete Pflegekräfte ins Land holen, hieß es.

Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe

Antwort der saarländischen Landesregierung auf Anfrage zu im Ausland angeworbenen Pflegekräften im Saarland