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IHK: Extreme Parteien schaden Wirtschaftsstandort

Von dpa/lrs
IHK
ARCHIV - «IHK» steht auf dem Schild vor dem Haus einer Industrie- und Handelskammer. Foto: Martin Schutt/dpa

Mit Biontech, Eli Lilly und Boehringer Ingelheim sind international aufgestellte Unternehmen in Rheinland-Pfalz aktiv. Sorgen um den Wirtschaftsstandort gibt es trotzdem.

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Mainz (dpa/lrs). Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen warnt vor den Gefahren für die Wirtschaft durch den wachsenden Einfluss von Extremisten. «Momentan erleben wir einen Härtetest für unsere Demokratie», sagte Günter Jertz der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Rechtsextreme wie linksextreme Parteien und Populisten glänzen mit wirtschaftspolitischer Naivität und schaden so unserem Standort Deutschland – auch mit Blick auf unser Image im Ausland und die so dringend nötige Fachkräftesicherung und -akquise.» Diese Entwicklung stelle Unternehmen vor zusätzliche wirtschaftliche Risiken.

«Leider geht das Gefühl für Wirtschaft, Unternehmertum und Wertschöpfung zusehends verloren – und das quer durch alle Kreise der Bevölkerung», mahnte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die Basis für Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze müsse auf kommunaler Ebene erarbeitet werden und politisch gewollt sein. «Wer Gewerbegebiete und Firmenansiedlungen wegdiskutiert, nimmt jungen Menschen wichtige Zukunftschancen.» Dabei habe Rheinland-Pfalz gerade auch angesichts der jüngsten großen Ansiedlungen ideale Standortvoraussetzungen.

Jertz verwies damit auf unter anderem die Ansiedlung des US-Pharmakonzerns Eli Lilly in Alzey. Das Unternehmen investiert an dem Standort nach eigenen Angaben rund 2,3 Milliarden Euro in eine Produktionsstätte für injizierbare Medikamente, die 2027 ihren Betrieb aufnehmen soll. Das Biotechnologieunternehmen Biontech hat in Mainz seinen Stammsitz, ebenso wie die Deutschlandzentrale des dänischen Pharmaunternehmens Novo Nordisk. Im vergangenen Jahr gab es die Grundsteinlegung für ein neues Entwicklungszentrum bei Boehringer Ingelheim.

Der Hauptgeschäftsführer wird seinen Posten an der Spitze der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen in der kommenden Woche offiziell aufgeben. Mit Karina Szwede und ihrer Stellvertreterin Lisa Haus führen dann künftig erstmals zwei Frauen die Geschäfte der Kammer. Am kommenden Mittwoch (3. Juli) ist die offizielle Verabschiedung des 63-Jährigen. Die Industrie- und Handelskammer setzt sich für die Belange von 42.000 Unternehmen in der Region ein.

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