Archivierter Artikel vom 18.09.2020, 11:30 Uhr
Wiesbaden

Hessische Landesregierung fordert Vertragstreue von Opel

Hessens Landesregierung hat den Autobauer Opel angesichts Entlassungsdrohungen zu Vertragstreue aufgefordert. „Nach der Ankündigung der Geschäftsführung, betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausschließen zu wollen, gibt es große Verunsicherung in der Belegschaft“, erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gemeinsam am Freitag in Wiesbaden. „Wir appellieren daher an die Opel-Verantwortlichen, sich an den Tarifvertrag und die bisherigen Vereinbarungen zu halten.“

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Opel
Eine Fahne mit dem Opel-Logo weht im Wind.
Foto: Michael Reichel/dpa/Symbolbild

Ziel müsse es sein, das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu sichern. Die Corona-Pandemie habe enorme Auswirkungen auf die Autobranche, auch Opel stehe mit sinkenden Verkaufszahlen unter Druck. Es sei wichtig, gemeinsam im Gespräch eine Lösung zu finden, hieß es weiter.

Opel hatte am Mittwoch Entlassungen für den Fall ins Spiel gebracht, dass sich bei einem vereinbarten Freiwilligenprogramm bis Ende 2021 nicht die angestrebten 2100 Teilnehmer finden lassen. Bislang hätten sich nur etwa 500 Beschäftigte für ein Ausscheiden entschieden. Nach Angaben eines Sprechers will Opel die Situation im November bewerten und darauf basierend die Umsetzung betriebsbedingter Kündigungen prüfen. Betroffen ist vor allem der Stammsitz Rüsselsheim.

Die IG Metall hatte empört reagiert. Betriebsbedingte Kündigungen seien mit dem gültigen Zukunftstarifvertrag bis Mitte 2025 ausgeschlossen, hatte der Bezirkschef der IG Metall, Jörg Köhlinger, betont. Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte auf das Einhalten früherer Vereinbarungen gepocht.