Archivierter Artikel vom 28.05.2020, 06:00 Uhr

Hans: Saarland ist für Corona-Rückkehr gewappnet

In der Corona-Krise war im Saarland eines der ersten Länder, das strenge Beschränkungen einführte. Nach den Erfahrungen sieht sich das Land gewappnet für mögliche weitere Infektions-Wellen.

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Tobias Hans bei einem Interview
Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes, gestikuliert.
Foto: Oliver Dietze/dpa

Saarbrücken (dpa/lrs) – Das Saarland ist nach Einschätzung von Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) auf eine mögliche stärkere Rückkehr der Corona-Pandemie gut vorbereitet. Wenn die Schulen wieder geöffnet seien und wenn man sich spätestens ab Herbst wieder überwiegend in geschlossenen Räumen treffe, müsse man auch damit rechnen, „dass es erneut zu einem Ausbruchsgeschehen kommt“. Dann sei es möglich, dass wir auch „regional Aktivitäten runterfahren“ müssen, sagte Hans der Deutschen Presse-Agentur. „Dafür haben wir aber Vorsorge getroffen, darauf sind wir vorbereitet“, betonte Hans.

Ziel der Regierung sei es, Einschränkungen – vor allem massenhafte – zu vermeiden. Beispielsweise gebe es für den Einzelhandel „skalierbare Vorschriften“, die leicht an die jeweilige Lage angepasst werden könnten. „Wir haben viel gelernt und wir können auch künftig widerstandsfähiger werden gegen Infektionswellen“, sagte der Regierungschef. Daran müsse aber weiter gearbeitet werden. Wenn man es schaffe, jede einzelne Infektionsquelle nachzuverfolgen, dann ließen sich künftig die Einschränkungen bei einer neuen Corona-Ausbruchswelle geringer halten.

Mit den bisherigen Maßnahmen sei eine Überforderung des Gesundheitssystems vermieden worden und das Infektionsgeschehen vor allem nicht außer Kontrolle geraten. „Dass wir das hinbekommen haben, verdanken wir nicht nur unseren Maßnahmen, sondern in erster Linie der Disziplin und Umsicht der Menschen“, sagte Hans. Es sei richtig gewesen, gleich zu Beginn frühzeitig harte Maßnahmen zu ergreifen. „Das hat uns am Ende erspart, in Hektik verfallen zu müssen und dabei übers Ziel hinaus zu schießen.“

„Bisweilen sind wir einigermaßen gut durch diese Krise gekommen“, sagte der Regierungschef. Man müsse sich aber darauf einstellen, dass man noch länger mit Einschränkungen leben müsse – solange es keinen Impfstoff und keinen Wirkstoff gegen das Coronavirus gebe. Man wolle künftig enger mit den Nachbarländern Frankreich und Luxemburg bei der Bekämpfung der Pandemie zusammenarbeiten, sagte Hans. „Wir haben hier wie kaum ein anderes Bundesland darunter gelitten, dass Grenzen geschlossen werden mussten, weil diese Region seit Jahren eng zusammengewachsen ist wie kaum eine andere europäische Grenzregion.“

Er sei überzeugt, dass die Corona-Krise den Strukturwandel im Saarland noch einmal beschleunigen werde. „Wir müssen es noch schneller schaffen, ihn zu bewältigen, müssen noch schneller auf moderne und neue Technologien umsatteln.“ Das Saarland habe in den vergangenen Jahren sparsam gewirtschaftet und Landeshaushalte mit schwarzer Null vorgelegt. Jetzt müsse man für die Zeit der Krise beweisen, „wir sind jetzt handlungsfähiger als wir das gewesen wären, wenn wir vorher mehr Schulden gemacht hätten“.

Das Saarland habe früh Hilfsprogramme für Selbstständige und Mittelständler aufgelegt. Das war wichtig, denn die mittelständische Wirtschaft sei nun einmal das Rückgrat des Saarlandes: „Deswegen werden wir hier weiter sehr wachsam sein und helfen, wo es erforderlich ist“, sagte der Ministerpräsident. „Wir dürfen aber andererseits auch nicht den Eindruck vermitteln, dass man alles ausgleichen kann, was die Pandemie jetzt verursacht.“