Archivierter Artikel vom 01.02.2021, 05:30 Uhr
Mainz

Hallo Glücksvögel: Erste Kraniche kehren zurück

Trompetenartige Rufe von hoch oben: Ungewöhnlich früh sind schon erste Kraniche aus ihren wärmeren Winterquartieren in Südfrankreich und Spanien zurückgekehrt. Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland liegen auf der Hauptroute der Zugvögel in ihre Heimat Skandinavien und Osteuropa, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Mainz mitteilt. „Ein bisschen überrascht bin ich schon“, sagt Nabu-Biologin Fiona Brurein der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die frühen Rückkehrer. Der Klimawandel sorge für viele zeitliche Verschiebungen in der Natur. Vorerst seien aber auch nur wenige Kraniche am Himmel zu sehen – der Hauptzug werde erst Ende Februar und im März an Tagen mit geeignetem Wetter erwartet.

Kraniche
Im warmen Licht der Morgensonne fliegen Kraniche am Himmel.
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die bis zu 1,30 Meter großen Vögel gelten als Glückssymbole und fliegen hoch oben in auffälligen V-Formationen von 60 bis 200 Tieren, mit erfahrenen und sich abwechselnden Tieren an der Spitze. Viele Vogelfreunde verfolgen das Naturspektakel mit Ferngläsern und Kameras. Kraniche orientieren sich bei ihrem Flug in Richtung Nordosten laut Brurein an Flüssen, Waldrändern und großen Städten. In Rheinland-Pfalz ziehen sie etwa entlang der Ahr, Mosel und Nahe. In Hessen überfliegen sie Taunus und den Raum Fulda. Kraniche starten gerne, wenn sie Rückenwind haben.

Laut dem Nabu bleibt abzuwarten, ob ihre sehr frühe Rückkehr aus dem Süden „eine gute Idee ist oder ob doch noch ein stärkerer Wintereinbruch kommt. Bleibt der Einbruch aus, haben die frühen Rückkehrer klare Vorteile beim Gerangel um die besten Brutplätze.“ Im Zuge des Klimawandels brüten Kraniche verstärkt auch in Deutschland. Der Schwerpunkt ist laut Brurein Norddeutschland. Einzelne Kraniche werden aber mit dem Klimawandel auch schon weiter südlich heimisch, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

© dpa-infocom, dpa:210201-99-249151/4

Kranich-Ticker des Nabu