Mainz

Geograf: Böden im Ahrtal speichern kaum Wasser

Im Ahrtal gibt es nach Darstellung des Geografen Heye Bogena im Durchschnitt jedes vierte Jahr ein Hochwasser-Ereignis. Hauptgrund sei der Untergrund des Rheinischen Schiefergebirges mit mächtigen Schichten, die wenig Hohlräume oder Poren hätten und daher kaum Wasser speichern könnten, sagte der Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich am Freitag im Untersuchungsausschuss des Landtags in Mainz.

Von dpa/lrs
Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe im Ahrtal
Der Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe im Ahrtal überträgt eine Video-Konferenz.
Foto: Arne Dedert/dpa

Aufgrund vieler Niederschläge im Juni und Juli 2021 gehe er davon aus, dass die Böden am 14. Juli bereits zu etwa 50 Prozent gesättigt waren als der Starkregen einsetzte. „Das hat die Situation sicherlich noch etwas verschärft.“

Versiegelung könne lokal zu Überschwemmungen führen, sei insgesamt aber im Ahrtal „sehr klein“ und der Anteil von Waldböden sehr hoch. Diese könnten Niederschläge sehr gut aufnehmen.

Bogena regte ein besseres hydrologisches Monitoring für die Region und ihr rund 900 Quadratkilometer großes Einzugsgebiet an. So gebe es bisher etwa keine Bodenfeuchte-Messungen. Sinnvoll seien zudem Hochwasserrückhaltebecken.

Bei der Flutkatastrophe vor genau einem halben Jahr – vom 14. auf 15. Juli – sind im nördlichen Rheinland-Pfalz insgesamt 135 Menschen gestorben, davon 134 im Ahrtal. Hunderte wurden verletzt und weite Teile des Tals verwüstet. Im Untersuchungsausschuss sollten am Freitag insgesamt zehn Sachverständige gehört werden.

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