Birkenfeld

Fotofallen-Projekt für Wölfe und Luchse im Nationalpark

Kleine Wildkameras sollen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald mögliche Wölfe und Luchse auf Streifzügen aufspüren. Bislang seien 55 Fotofallen für das Monitoring-Projekt installiert worden, sagte die Wildtierökologin Anja Schneider der Deutschen Presse-Agentur in Birkenfeld. Die Kameras seien an vorhandenen Wegen und Forststraßen auf Kniehöhe angebracht – und lösten bei Bewegung auch in der Dunkelheit aus.

Von dpa/lrs
Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Leichter Schnee bedeckt die Bäume im Nationalpark.
Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild

Birkenfeld (dpa/lrs) – Kleine Wildkameras sollen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald mögliche Wölfe und Luchse auf Streifzügen aufspüren. Bislang seien 55 Fotofallen für das Monitoring-Projekt installiert worden, sagte die Wildtierökologin Anja Schneider der Deutschen Presse-Agentur in Birkenfeld. Die Kameras seien an vorhandenen Wegen und Forststraßen auf Kniehöhe angebracht – und lösten bei Bewegung auch in der Dunkelheit aus.

Im Mai 2021 hatte es einen ersten genetischen Wolfsnachweis für das Nationalparkgebiet gegeben – danach aber keine weiteren mehr. Es sei „durchaus möglich“, dass Wölfe und Luchse den Nationalpark durchstreiften, „ohne dass es jemand mitbekommt“, sagte Schneider, die für das Projekt im Nationalparkamt zuständig ist. Das sei nicht ungewöhnlich, denn Wölfe wanderten bei der Suche nach einem neuen Revier bis zu tausend Kilometer weit.

Die Fotofallen würden nun eingesetzt, um Hinweise auf die mögliche Anwesenheit von den sogenannten Großkarnivoren zu bekommen. Bislang habe es noch keine entsprechenden Fotos gegeben, sagte die Expertin. Das Projekt, das mit dem Koordinationszentrum Luchs und Wolf der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt entwickelt wurde, laufe voraussichtlich bis Ende dieses Jahres.

Die Kameras werden nach Angaben von Schneider alle vier Wochen kontrolliert. Die Fotos dienten ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken – die Überwachung menschlicher Aktivitäten sei in keinem Falle beabsichtigt, teilte das Nationalparkamt mit. Wenn Spaziergänger oder Jäger erfasst würden, würden die Bilder vom Nationalparkamt unverzüglich gelöscht. Das Projekt war im Dezember gestartet.

Bei dem im Frühjahr vergangenen Jahres im Nationalpark nachgewiesenen Wolf handelte es sich um einen männlichen Grauwolf. Der erste Nachweis eines Wolfes nach mehr als 100 Jahren in Rheinland-Pfalz gelang 2012 im Westerwald.

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