Koblenz

Foto mit abgetrenntem Kopf: Prozessauftakt

Ein Mann, der mit dem abgetrennten Kopf eines Kriegsgegners posiert haben soll, steht von heute an (9.30 Uhr) vor dem Oberlandesgericht (OLG) Koblenz. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz wirft ihm dies als Kriegsverbrechen vor. Der syrische Flüchtling soll sich laut Anklage einst im Bürgerkrieg dem bewaffneten Widerstand gegen die Regierung angeschlossen haben. Dann soll er mit dem Kopf eines vermutlich gegnerischen Kämpfers „in einer den Getöteten verhöhnenden und in seiner Totenehre herabwürdigenden Weise für Fotoaufnahmen posiert haben“. Ihm werde nicht vorgeworfen, den Kopf selbst abgetrennt zu haben.

dpa/lrs
Das Türschild des Oberlandesgericht in Koblenz
Das Türschild des Oberlandesgericht in Koblenz.
Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild

Der Syrer gab zu, auf dem fraglichen Handyfoto zu sehen zu sein. Er habe den Kopf unter Trümmern gefunden. Nach früheren Angaben des Koblenzer Generalstaatsanwalts Jürgen Brauer hatten Ermittler das Foto nach Hinweisen anderer syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge auf dem Handy des Angeklagten entdeckt. Dieser lebte nach seiner Flucht in Saarbrücken. Inzwischen sitzt er laut OLG wegen allgemeiner Kriminalität bereits im Gefängnis. Für seinen Prozess vor dem 1. Strafsenat als Staatsschutzsenat sind vorerst fünf Verhandlungstage bis zum 17. Februar terminiert.

Mitteilung des OLG