Gladbeck

Festnahmen mutmaßlich Mitwirkender im Drogenschmuggel

Es geht um hunderte Kilo Rauschgift im Wert von mindestens 130 Millionen Euro, die kreuz und quer durch Europa verschifft worden sein sollen. Organisiert wurde der Schiffstransport unter anderem von Deutschland aus. Vier Männer wurden nun festgenommen.

Von dpa/lnw
Polizei
Der Schriftzug «Polizei» steht auf einem Streifenwagen.
Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Gladbeck (dpa). Nach Razzien in mehreren Bundesländern hat die Polizei vier mutmaßliche Mitwirkende eines großangelegten Drogenschmuggels verhaftet. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, handelt es sich um einen 38-jährigen aus dem nordrhein-westfälischen Gladbeck, einen 22-Jährigen und einen 54-Jährigen aus Speyer in Rheinland-Pfalz sowie einen 43-Jährigen aus Straubing in Bayern. Sie sollen einer Tätergruppe angehören, die den internationalen Transport von Kokain, Haschisch und Amphetaminen per Schiffscontainer vor allem für den arabischen Raum organisiert haben soll. Das Rauschgift sei in großen Mengen in Maschinenteilen oder „falschen“ Kartons versteckt worden. So waren unter anderem 2020 im Hafen der rumänischen Stadt Constanta zwei Lieferungen im Straßenverkaufswert von geschätzten 130 Millionen Euro sichergestellt worden.

Die Drogen, die vermutlich in Syrien und im Falle des Kokains in Südamerika hergestellt wurden, sollen zur Verschleierung der Transportroute immer wieder auch über europäische Häfen verschifft worden sein, erläuterte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Essen. Auch sollen die Festgenommenen teilweise am Transport von Grundstoffen aus China nach Syrien beteiligt gewesen sein.

Die Essener Ermittlungsbehörde hatte im April 2020 von rumänischen Drogenfahndern den Hinweis erhalten, dass mehrere Verdächtige von Deutschland aus für die logistische Abwicklung des Schmuggels verantwortlich sein könnten. Im Zuge der von der Polizei in Recklinghausen geführten Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf weitere Lieferungen: So konnten im August 750 Kilo Amphetamin-Tabletten sowie 1500 Kilo Haschisch sichergestellt werden. Die Drogen waren unter anderem in Kisten mit Seife versteckt.

Wenig später erhielten die Ermittler Hinweise auf einen Kühlcontainer mit mindestens 100 Kilo Kokain aus Südamerika. Auf Umwegen sollte er nach Spanien verschifft werden, wurde aber offenbar in Göteborg bereits von den Kriminellen entladen: Die schwedischen Behörden konnten Anfang September nur noch den leeren Container mit aufgetrennten Seitenwänden auffinden.

Während dem jüngeren Tatverdächtigen vorgeworfen wird, Drogengeld gewaschen zu haben, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die übrigen drei Festgenommenen die Lieferungen über Constanta organisiert haben. Dem 38-jährigen sowie dem 54-Jährigen wird zudem zur Last gelegt, für den Kokainschmuggel über Schweden logistisch mitverantwortlich zu sein.

Derzeit werde geprüft, ob sie für weitere Drogenlieferungen in Frage kommen. 2019 und 2020 seien in Griechenland, Ägypten, den Arabischen Emiraten sowie der Ukraine jeweils Container mit versteckten Drogen aufgegriffen worden, für die die Tätergruppe in Frage komme. Die Ermittlungen, an denen viele Staaten beteiligt seien, dauern an. So waren bei den Durchsuchungen am Montag und Dienstag mehrere Datenträger, Dokumente sowie ein Tresor als Beweismittel sichergestellt worden.

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Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft