Archivierter Artikel vom 18.04.2021, 08:40 Uhr
Worms

Evangelische Kirche feiert historischen Auftritt von Luther

Mit einer bildstarken Licht- und Musik-Inszenierung im Zentrum von Worms hat die Evangelische Kirche am Samstagabend den Auftritt Martin Luthers in der Stadt vor 500 Jahren gefeiert. Regisseur Parviz Mir-Ali projizierte etwa 30 Minuten lang eine Zeitreise auf die Fassade der Dreifaltigkeitskirche der Kommune am Rhein. Er erinnerte damit an die Weigerung des Reformers vom 18. April 1521, seine Schriften vor dem Reichstag in Worms zu widerrufen. Die ursprünglich vor Livepublikum geplante Aufführung „Der Luther-Moment“ war pandemiebedingt nur im Fernsehen mitzuerleben.

Von dpa/lrs
Eine Bronzefigur von Martin Luther steht im Heylshofpark in Worms
Eine Bronzefigur von Martin Luther steht im Heylshofpark in Worms.
Foto: picture alliance/Uwe Anspach/dpa/Archivbild

In der Mischung aus Computertechnik, Livemusik und Bühnenspektakel verkörperte der Schauspieler Isaak Dentler den Mönch Luther. Dessen Ankläger spielte – virtuell übergroß auf der Fassade – der Darsteller Rufus Beck. Die Multimedia-Inszenierung schlug auch einen Bogen zu anderen mutigen Menschen der Zeitgeschichte – etwa Sophie Scholl, Mahatma Gandhi und Martin Luther King. Mit rund 750 Quadratmetern Projektionsfläche werde die Dreifaltigkeitskirche zur größten Leinwand Deutschlands, warb die Evangelische Kirche für die Aufführung.

An diesem Sonntag (9.30 Uhr) strahlt das ZDF einen Festgottesdienst unter anderem mit dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung und dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf aus Worms aus. Er fasst das Thema Wagemut ins Auge – in Anspielung auf den Reformator.

In 95 Thesen verurteilte Luther den Ablasshandel der katholischen Kirche, sich von Sünden freikaufen zu können. Der Mönch lehnte es dann in Worms ab, von seinen Schriften abzurücken. Dabei werden ihm die berühmten Sätze „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders“ zugeschrieben. Reformation und Kirchenspaltung nahmen ihren Lauf.

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