Archivierter Artikel vom 13.10.2014, 17:35 Uhr
Berlin/Mainz

Edathy-Ausschuss findet Leck: Datei ging nach Mainz

Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Edathy-Affäre hat ein neues Leck in der Informationskette entdeckt. Die Abgeordnete Irene Mihalic (Grüne) kündigte am Montag an, sie wolle von Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) wissen, weshalb Vorgesetzte nicht bemerkt hatten, dass eine BKA-Sachbearbeiterin am 1. Februar 2012 versehentlich die komplette deutsche Kundendatei des kanadischen Kinderporno-Rings an die Staatsanwaltschaft Mainz geschickt hatte.

Irene Mihalic
Die Abgeordnete Irene Mihalic (Grüne).
Foto: Karlheinz Schindler/Archiv – DPA

Durch dieses Versehen könnte die Zahl derjenigen, die schon vor den Presseberichten vom Oktober 2013 von dem Kinderporno-Verdacht gegen den damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy wussten, größer gewesen sein, als bisher angenommen.

Die Polizistin hatte damals eigentlich nur Daten zu einem einzigen Verdächtigen – einem BKA-Beamten – in diesem Verfahren nach Mainz schicken wollen. Stattdessen schickte sie jedoch auf einer CD-Rom die ganze Liste, auf der auch Edathys Name stand. Bisher ist allerdings noch unklar, ob der Name einem der Justizbeamten in Mainz überhaupt aufgefallen war oder nicht.

Edathy steht unter dem Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie. Der Ausschuss soll in erster Linie klären, wer alles vorab über den Verdacht gegen Edathy informiert war und ob dieser womöglich vor einer Durchsuchung seiner Wohnräume und Büros gewarnt worden war.