Archivierter Artikel vom 06.08.2020, 07:30 Uhr

DLRG rechnet mit mehr tödlichen Badeunfällen

Vor allem Flüsse werden von Badenden häufig unterschätzt. Das Abkühlen in Rhein, Mosel und Co. kann aber wegen der hohen Sogwirkung vorbeifahrender Schiffe und der Strömung verheerende Folgen haben.

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Ein Team der DLRG fährt in einem Boot über den Halterner Stausee
Ein Team der DLRG fährt in einem Boot über den Halterner Stausee.
Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbild

Lehmen (dpa/lrs). Die DLRG in Rheinland-Pfalz rechnet für diesen Sommer mit einer steigenden Zahl an Badetoten. Ursachen dafür seien das hochsommerliche Wetter und die niedrigen Pegel in den Seen und Flüssen, sagte ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). „Die Hitze verleitet die Menschen dazu, sich in den Gewässern abkühlen zu wollen. Dabei unterschätzen sie die Gefahren.“ So seien etwa Flüsse wie der Rhein und die Mosel nicht für das Baden geeignet. Die Fahrrinnen für den Schiffsverkehr seien sehr tief, hinzu kämen die Strömung, die hohe Sogwirkung von vorbeifahrenden Schiffen, das trübe Wasser und nicht sichtbare Hindernisse wie große Steine.

Im vergangenen Jahr waren in Rheinland-Pfalz neun Menschen beim Baden ertrunken und damit so wenige wie noch nie in den vorangegangenen 20 Jahren. Im Jahr 2018 waren es bei langem hochsommerlichen Wetter und sehr niedrigen Pegelständen 22 Badetote gewesen. Der DLRG-Sprecher schätzte, dass die Zahl in diesem Jahr zwischen diesen beiden Werten liegen werde. Erste Zahlen für den Sommer 2020 stellt die DLRG heute in Stuttgart vor.

Die meisten Badetoten waren der DLRG zufolge in den vergangenen Jahren Männer. „Besonders betroffen sind junge Männer, zurückzuführen ist das auf Selbstüberschätzung, Alkoholkonsum und Gruppenzwang. Sie wollen sich beweisen“, sagte der Sprecher. Allerdings sorge die Corona-Pandemie dieses Jahr dazu, dass weniger Menschen zum Baden gingen. „Sie haben Angst vor der Ansteckung und meiden daher auch das Schwimmen.“