Mainz

Ditib räumt nach Vortragseinladung Fehler ein

Nach Kritik an einer Vortragseinladung hat der Landesverband der Ditib-Moscheevereine Fehler eingeräumt und sich zur Fortsetzung des Dialogs mit der Landesregierung von Rheinland-Pfalz bekannt. „Es hätte vorher klar sein müssen, dass der Referent nicht zu uns passt und wir werden dieses Missgeschick aufklären“, erklärte Ditib-Landesvorsitzender Yılmaz Yıldız am Mittwoch.

Von dpa/lrs
Minarett
Die verzierte Spitze eines Minaretts ist an einer Moschee zu sehen.
Foto: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Erstmals seit der Unterzeichnung von Zielvereinbarungen am 1. April 2020 wurde die Landesregierung deswegen bei einem der vier islamischen Verbände vorstellig. „Vom eingeladenen Gast sind öffentliche Äußerungen bekannt, die im klaren Gegensatz zu dem in der Zielvereinbarung geschlossenen Verständnis stehen“, erklärte ein Sprecher des zuständigen Kulturministeriums. Jetzt werde eine klare Stellungnahme des Landesverbands erwartet. „Auf dieser Grundlage wird die Landesregierung entscheiden, welche Konsequenzen sie für den Zielvereinbarungsprozess aus diesem Vorgang ableitet.“

Der ursprünglich für den 21. März geplante Online-Vortrag von Ahmet Şimşirgil sei intern bereits abgesagt worden, noch ehe die öffentliche Kritik daran aufgekommen sei, erklärte der Ditib-Landesverband. Der Verband stimme „den teils fragwürdigen Positionen des Gastes“ nicht zu und habe lediglich eine Abhandlung über den osmanischen Dichter Mehmet Akif erwartetet.

Mit Unterzeichnung der Zielvereinbarungen – fünf Jahre nach Aufnahme der Verhandlungen über einen Grundlagenvertrag im April 2015 – begann eine Frist von eineinhalb Jahren. Danach will das Land im Herbst die Einhaltung der vereinbarten Grundsätze prüfen.

Der angestrebte Grundlagenvertrag des Landes mit den Verbänden soll Regelungen zu islamischen Feiertagen, zum islamischen Religionsunterricht und zu neu zu schaffenden Professuren für islamische Religionspädagogik enthalten. Der Ditib-Landesverband mit türkischen Moscheevereinen ist der größte der vier Gesprächspartner des Landes. Die anderen sind die Schura als Landesverband der Muslime mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln, der Verband der Islamischen Kulturzentren und die vor allem von Muslimen aus Pakistan geprägte Ahmadiyya-Gemeinschaft.

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