Archivierter Artikel vom 14.05.2014, 02:25 Uhr

Diesmal soll's besser werden: Limburg traut sich an ein neues Bauprojekt

Limburg – Das Bistum Limburg traut sich wieder und will es besser machen als bei dem Fiasko des 31 Millionen Euro teuren Bischofssitzs. Dieses Mal sollen 5,13 Millionen Euro in die Sanierung des 1931 eingeweihten Priesterseminars fließen.

Lesezeit: 2 Minuten

Der Eingang zum Priesterseminar in Limburg.

Sascha Ditscher

Das Priesterseminar in Limburg.

Sascha Ditscher

Generalvikar Wolfgang Rösch.

Sascha Ditscher

Generalvikar Wolfgang Rösch.

Sascha Ditscher

Für rund 5 Millionen Euro soll das Priesterseminar in Limburg sabiert werden.

Sascha Ditscher

Das Limburger Priesterseminar entstand 1929 bis 1931 nach Plänen der Architekten Dominikus Böhm (Köln) und Hans und Christoph Rummel (Frankfurt) und zählt zu den Kulturdenkmälern in Hessen.

Sascha Ditscher

Das Priesterseminar in Limburg.

Dieter Fluck

Von Dieter Fluck

Das Haus musste wegen seiner Generalsanierung ab 1. Juli für die Dauer eines Jahres geschlossen wird. In dieser Zeit müssen die Nutzer auf andere Häuser in der Diözese ausweichen.

Pfarrer Wolfgang Rösch, während der Bischofsvakanz Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators, bemühte sich in einer eigens einberufenen Pressekonferenz, mit Engelszungen und einer ausführlichen Dokumentation die Notwendigkeit der Bauarbeiten zu begründen: „Ja, wir haben Geschichte mit dem Bauen geschrieben und Glaubwürdigkeit verspielt, würden aber Geschichte aufgeben, wenn wir das identitätsstiftende, im Bauhausstil errichtete Baudenkmal Priesterseminar aufgeben würden.“

Dabei greife die Bezeichnung „Priesterseminar“ zu kurz, denn längst sei dies ein beliebtes Tagungshaus, ein Raum für Zusammenkünfte zwischen Priestern und Laien und ein Gästehaus des Bistums geworden. Rösch bat die Journalisten darum, „uns nicht nur an der Geschichte festzuschreiben“, und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass wir gemeinsam daraus gelernt haben und im Gegensatz zu dem vorherigen Bauvorhaben die kalkulierten 5 Millionen einhalten.“

Regens Christof Strüder, Leiter des Priesterseminars, wies auf generell veraltete Standards in Ausstattung, Arbeitssicherheit und Hygiene hin und schilderte ein erschreckendes Schadensbild in sämtlichen technischen Bereichen. Nicht nur, dass die zahlreichen Gästezimmer keine Nasszelle und Toilette haben – das gesamte Raumkonzept müsse hinsichtlich Funktionalität und Barrierefreiheit geändert werden, betonte Strüder. Zum Beispiel bekommt das Gebäude jetzt einen Aufzug.

Leitungen desolat

„Die Leitungen für Strom und Wasser sind 80 Jahre alt und in einem desolaten Zustand“, berichtete Diözesanbaumeister Tilmann Staudt. Ähnlich marode sind die Heizung und Energieversorgung, die gesamte Haustechnik und die Küche. Einige Gerätschaften darin seien mehr als 50 Jahre alt. Schimmelbefall in Gästezimmern, Setzungsschäden am Mauerwerk begründen laut Staudt akuten Handlungsbedarf. Das Gebäude bekommt wärmegedämmte Fenster und erhält eine ökologisch zeitgemäße Brennwertheizung. Verschiedene Nutzungsbereiche werden voneinander getrennt.

Mit der Sanierung will das Bistum auch eine höhere Auslastung des Seminars erreichen. Schließlich biete das 25.000 Quadratmeter große, parkähnliche Grundstück des Priesterseminars ein attraktives Ambiente.

Das Limburger Priesterseminar entstand 1929 bis 1931 nach Plänen der Architekten Dominikus Böhm (Köln) sowie Hans und Christoph Rummel (Frankfurt) und zählt zu den Kulturdenkmälern in Hessen. 2011 wurde dort das Schulungszentrum „Bischof-Blum-Kolleg“ eröffnet. Außerdem befindet sich dort das Diözesanarchiv.