Archivierter Artikel vom 15.04.2021, 14:40 Uhr
Saarbrücken

DGB-Ausbildungsreport Saarland offenbart Handlungsbedarf

Azubis im Saarland müssen laut dem Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes zu häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen – wie etwa Wäsche des Chefs waschen oder stundenlang eine Halle fegen. Das ist ein Ergebnis des Reports, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Erschreckend sei, dass 43 Prozent keinen Ausbildungsplan erhielten, kritisierte Landesjugendsekretärin Hannah Meuler. Zwar bewerteten 67 Prozent der Befragten ihre Ausbildung als „gut“ oder „sehr gut“, aber die Probleme und Verstöße seien nach wie vor auf hohem Niveau. Zumal man fürchte, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher sei. „Hier besteht absolut dringender Handlungsbedarf“, sagte Meuler.

Von dpa/lrs
Deutsche Gewerkschaftsbund DGB
Fahnen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) wehen vor dem blauen Himmel.
Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Den sieht Jugendausbildungsreferent Alexander Jost auch mit Blick auf die Schwerpunktthemen Mobilität und Wohnen. „Wir brauchen einen besser ausgebauten ÖPNV, der es allen Auszubildenden ermöglicht, in angemessener Zeit zum Betrieb und zur Berufsschule zu kommen“ – und das auch kostengünstig. Erfreulich sei, dass es ab dem 1. Juli mit der Tarifreform ein landesweites Azubiticket geben soll.

Verbesserungswürdig erscheint dem DGB auch die Ausbildungsvergütung. Mit 813 Euro liege das Saarland deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 939 Euro. Auch bei der Zahl der neuen Ausbildungsverträge verzeichnet das Saarland mit einem Rückgang um 14,1 Prozent im Vergleich zu einem bundesweiten Minus von elf Prozent einen schlechteren Wert. Nötig seien Investitionen in die Qualität der dualen Berufsausbildung, betonte Jost. Wirksames Mittel dafür sei eine umlagefinanzierte Ausbildungsgarantie, bei der Betriebe, die selbst nicht ausbilden, zur Kasse gebeten werden.

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DGB-Ausbildungsreport 2020 Saarland