Archivierter Artikel vom 26.03.2020, 15:20 Uhr
Frankfurt/Main

Corona: Tarifgebiet Mitte übernimmt Not-Tarifvertrag

Die Partner im Tarifgebiet Mitte haben den von der Corona-Krise geprägten Not-Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie übernommen. Nach dem in Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche ausgehandelten Kompromiss werden die Löhne für die rund 400 000 Beschäftigten der Branche in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in diesem Jahr nicht mehr erhöht.

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Das Logo der IG Metall.
Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Arbeitnehmer mit kleinen Kindern erhalten zusätzliche freie Tage und für Kurzarbeiter soll es Ausgleichszahlungen geben. Dazu sollen die Unternehmen 350 Euro pro Beschäftigten in einen Solidarfonds einzahlen, über deren Verteilung dann in den Betrieben entschieden wird, wie IG Metall und die beteiligten Unternehmerverbände am Donnerstag mitteilten.

Um ein möglichst hohes Kurzarbeitergeld zu erreichen, soll das Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf die monatlichen Einkommen aufgeteilt werden. Für die Unternehmen sinken durch dieses bereits in der Finanzkrise 2009 erprobte Instrument die Kosten. Die Beschäftigten erhalten im Gegenzug einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

„Der Tarifabschluss gewährt unseren Mitgliedsunternehmen in diesen unsicheren Zeiten Planungssicherheit bis Ende des Jahres“, lobte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Thomas Brunn. Der Frankfurter Bezirksleiter der IG Metall, Jörg Köhlinger, zeigte sich „sehr froh“ über einen tariflichen Rahmen, der die Folgen der Corona-Krise für die Beschäftigten abmildere und Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld vorsehe.

Der Not-Abschluss verlängert den eigentlich zum 31. März gekündigten Entgelt-Tarifvertrag bis zum Jahresende 2020 ohne weitere Erhöhungen. Wegen der vereinbarten Friedenspflicht sind bis zum 29. Januar 2021 keine Warnstreiks erlaubt. Die IG Metall hatte ursprünglich auf eine konkrete Lohnforderung verzichtet und wollte stattdessen Jobs in den anstehenden Modernisierungsschüben sichern.

IG Metall zu Tarifrunde 2020

Gesamtmetall zu Tarifrunde 2020