Mainz

CDU: Mehr Engagement von Regierung für Schwimmunterricht

Rheinland-Pfalz wird nach Einschätzung der CDU zum Nichtschwimmerland. Der Landtagsabgeordnete Herber fordert ein ganzheitliches Konzept für mehr Schwimmbäder und höhere Investitionen des Landes. Das Innenministerium verweist auf sein Engagement.

dpa/lrsLesezeit: 2 Minuten
Der innenpolitische Sprecher Dirk Herber (CDU)
Der innenpolitische Sprecher Dirk Herber (CDU).
Foto: picture alliance / dpa/Archivbild

Mainz (dpa/lrs). Die Schwimmausbildung an den rheinland-pfälzischen Schulen ist nach Einschätzung der CDU-Landtagsopposition seit Jahren unzureichend und droht in der Corona-Krise noch weiter abzurutschen. Die Situation sei schon vor Corona alarmierend gewesen und werde sich jetzt noch verschlechtern, weil viele ohnehin defizitäre Bäder in eine noch stärkere finanzielle Schieflage rutschten, sagte der innenpolitische Sprecher Dirk Herber am Freitag in Mainz. Allein um die Bäder zu erhalten, sei ein Investitionsprogramm der Landesregierung von rund fünf Millionen Euro notwendig.

Zudem müsse die Ampelkoalition endlich gemeinsam mit den Fachverbänden ein Konzept erarbeiten, damit alle Kinder in Rheinland-Pfalz gut schwimmen lernen könnten. Dazu gehöre auch zu prüfen, wie viele Lernbäder gebaut werden müssten, damit jeder Grundschüler mindestens eine Schulstunde Schwimmunterricht bekomme. Entfernungen von mehr als 30 Minuten zum nächsten Schwimmbad bei 200 Grundschulen in Rheinland-Pfalz seien eindeutig zu lang und ein „Zeichen für die Schwächung der ländlichen Regionen durch die Landesregierung.“ Diese habe aber noch nicht einmal einen Überblick über die Zahl der Bäder und vernachlässige das Thema seit Jahren.

Die Zahlen, auf die sich Herber beziehe, seien schon vor mehr als einem Jahr im Landtag besprochen worden, sagte die Sprecherin des Innenministeriums, Sonja Bräuer. Staatssekretär Randolf Stich (SPD) habe schon damals geantwortet, dass über 88 Prozent der rheinland-pfälzischen Schulen in einem Umkreis von sieben Kilometern eines Schwimmbads gelegen seien.

„Der Bau und der Betrieb von Schwimmbädern liegt in kommunaler Hand“, sagte Stich am Freitag. „Gleichzeitig kommt das Land der Verantwortung nach, die Kommunen bei den kostenintensiven Baumaßnahmen zu unterstützen und so den vorhandenen Bäderbestand durch kontinuierliche Sanierung und Modernisierung zu sichern.“

Von 2006 bis 2019 seien mehr als 100 Bäder saniert worden und dafür mehr als 100 Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt worden. Rheinland-Pfalz stehe bundesweit gut da, erklärte das Ministerium. „Trotz der guten Bäderinfrastruktur hat die Landesregierung noch einmal zusätzlich einen Schwimmbadfördertitel eingerichtet, der seit 2018 ansteigend bis zum Haushaltsjahr 2020 mit rund 5,3 Millionen Euro jährlich ausgestattet ist.“