Bürgermeister hofft nach Gerichtsurteil auf Loreley-Konzerte

Bob Dylan, Joe Cocker und Carlos Santana sind schon auf der Loreley aufgetreten. Derzeit aber schweigt die Musik. Corona-Pandemie und Rechtsstreit um die Freilicht-Bühne: Wann erklingt hoch über dem Rhein wieder Livemusik? Der Bühnenbetreiber legt Rechtsmittel ein.

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Freilichtbühne Loreley
Blick auf die Freilichtbühne Loreley.
Foto: Thomas Frey/dpa

St. Goarshausen (dpa/lrs) – Nach einem Urteil im Rechtsstreit um die Bühne auf dem weltberühmten Loreley-Felsen hofft der Bürgermeister von St. Goarshausen auf baldige Konzerte. Denkbar wären je nach Entwicklung der Corona-Zahlen bis zum Sommer dann vielleicht Veranstaltungen mit maximal 3000 Besuchern und einem Hygienekonzept, sagte Nico Busch (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Womöglich könnte die Stadt St. Goarshausen ihre Freilicht-Bühne dafür auch direkt vermieten. Er sei „vorsichtig optimistisch“.

Die Suche nach einem anderen Bühnenpächter könnte sich allerdings verzögern wegen einer Fortsetzung des Rechtsstreits. Dabei gebe es schon vier interessierte neue Firmen. Auf der Loreley hatten hoch über dem Rhein beispielsweise einst schon Bob Dylan, Joe Cocker, Metallica, Carlos Santana und Sting ihren Fans eingeheizt.

Das Landgericht Koblenz gab kürzlich der klagenden Stadt St. Goarshausen recht: Die Veranstalterfirma Loreley Venue Management GmbH muss laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil (3 O 359/17) ausstehende 184 200 Euro Pacht plus Zinsen nachzahlen und die denkmalgeschützte Bühne aus der NS-Zeit räumen. Die Firma hatte die Pacht 2017 und 2018 laut Bürgermeister Busch auf null Euro gemindert und 2019 nur 30 000 Euro überwiesen.

Die Loreley Venue Management GmbH hatte dies damit begründet, dass die Stadt St. Goarshausen die zugesagte Renovierung der Bühne bis heute nicht abgeschlossen und mangelhaft ausgeführt habe. Firmenchef Ulrich Lautenschläger sagte am Freitag der dpa: „Wir haben heute Berufung eingelegt.“ Zu Details in dem Rechtsstreit wollte er sich vorerst noch nicht äußern.

In einem offenen Brief an „alle Bürger der Stadt St. Goarshausen“ vom November 2020 hatte Lautenschläger betont: „Wir werden die Freilichtbühne niemals kampflos aufgeben. Zu viel Zeit, Energie und finanzielle Mittel haben wir in die Neubelebung der Freilichtbühne gesteckt, die uns seit mehr als zehn Jahren ein Herzensanliegen ist.“ Das Schreiben war auch vom stillen Gesellschafter der Loreley Venue Management GmbH unterzeichnet, dem Medienunternehmer Frank Otto, Sohn des Otto-Versand-Gründers Werner Otto.

Das Landgericht Koblenz hat die Firma nun zwar verurteilt, „das Gelände der Loreley-Freilichtbühne zu räumen“. Da das Urteil aber noch nicht rechtskräftig ist, heißt es darin auch, dass die Loreley Venue Management GmbH die Räumung mit einer Sicherheitsleistung von 30 000 Euro vorläufig abwenden könne.

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Loreley-Freilichtbühne