Archivierter Artikel vom 30.03.2021, 17:30 Uhr
Köln

Biontech-Mitbegründer Sahin gegen Zurückhalten von Impfstoff

Biontech-Mitbegründer Ugur Sahin hat sich für ein flottes Verwenden des vorhandenen Impfstoffs ausgesprochen. „Man sollte alle Impfstoffe, die man hat, möglichst schnell verimpfen. Auch im Vertrauen darauf, dass neue Impfstoffe wöchentlich geliefert werden“, sagte er in einem Interview von RTL/ntv. Es solle kein Impfstoff für zweite Impfungen zurückgelegt werden. „Ich schätze das Risiko, dass Impfstoffe jetzt nicht geliefert werden und die zweite Impfung bei Menschen aufgeschoben werden muss, als gering ein“, sagte der Chef des Mainzer Unternehmens Biontech, das einen der Impfstoffe gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer herstellt.

Ugur Sahin (r) und seine Frau Özlem Türeci, die Biontech-Gründer
Ugur Sahin (r) und seine Frau Özlem Türeci, die Biontech-Gründer.
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Sahin sagte weiter, die große Herausforderung der nächsten Wochen und eventuell auch der kommenden drei bis vier Monate werde sein, die Infektionszahlen so niedrig wie möglich zu halten. „Wir sind leider mit den Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland schon so weit, dass wir nicht mehr länger warten können, bis man striktere Maßnahmen einführt“, sagte Sahin. „Wenn wir da keine Trendwende sehen, müssen wir nochmal in einen starken Lockdown reingehen.“ Sollten alle Impfstoffe wie geplant geliefert werden und die Impfungen gut vorangehen, könne man zum Ende des Sommers wieder in eine Normalität zurückkommen und im Winter einen erneuten Lockdown vermeiden. „Wir rechnen damit, dass wir ab Ende Mai auch einen Impfeffekt sehen werden.“

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