Archivierter Artikel vom 05.02.2021, 09:30 Uhr
Mainz/Berlin

Beauftragte weisen Kritik an Datenschutz in Krise zurück

Die Datenschutzbeauftragten in Rheinland-Pfalz und Berlin haben in der Corona-Krise Kritik an den Richtlinien des Datenschutzes zurückgewiesen. „Der Datenschutz ist kein Verhinderer, sondern ein wichtiger Regulator und Steuerungsfaktor“, heißt es in einem Schreiben von Dieter Kugelmann und Maja Smoltczyk, das der „Süddeutschen Zeitung“ und dem „Tagesspiegel“ vorliegt. Ein angemessener Datenschutz dürfe nicht „dem Virus zum Opfer fallen. Es vergehe kein Tag, an dem Politikerinnen und Politiker unterschiedlicher Couleur oder vermeintliche Experten nicht behaupten, die Pandemie sei leicht in den Griff zu bekommen, wenn man nur den Datenschutz zurechtstutze.

Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk
Maja Smoltczyk, Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, spricht.
Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Nach jedem Anschlag oder Ausheben eines Kinderporno-Rings erschalle der Ruf: „Datenschutz ist Täterschutz! Datenschutz gefährdet Menschenleben!“ Auch der Schutz der Daten schütze Menschen. Die Corona-App sei auch deshalb mehr als 25 Millionen mal heruntergeladen worden, weil Nutzer sich darauf verlassen könnten, „dass ihre Daten nicht zu unvorsehbaren Zwecken missbraucht werden“.

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