Archivierter Artikel vom 17.02.2020, 13:30 Uhr

Bayer-Aktie leidet unter Millionenstrafe wegen Unkrautmittel

Leverkusen/Ludwigshafen (dpa) – Erneut belastet ein Rechtsstreit um einen Unkrautvernichter die Aktie des Agrarchemiekonzerns Bayer. Am Montag reagierten die Papiere des Leverkusener Unternehmens mit deutlichen Kursverlusten auf das millionenschwere Schadenersatzurteil einer US-Jury gegen Bayer und den Chemiekonzern BASF vom Samstag. Auch die BASF-Aktien büßten am Montag ein. Die Unsicherheit über das endgültige finanzielle Ausmaß weiterer Klagen gegen den Unkrautvernichter Dicamba verschrecke die Anleger, hieß es am Markt. Denn abgesehen vom aktuellen Fall gibt es laut Analysten mehr als 100 weitere Klagen.

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Das Logo der Bayer AG ist auf einem Gebäude zu sehen
Das Logo der Bayer AG ist auf einem Gebäude zu sehen.
Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa/Archivbild

Die Geschworenen hatten Bayer und BASF im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Dicamba verurteilt, 265 Millionen US-Dollar (245 Mio Euro) an den Pfirsichbauern Bill Bader aus dem US-Bundesstaat Missouri zu zahlen. Bader wirft den Konzernen vor, dass er wegen des Einsatzes von Dicamba auf benachbarten Feldern Ernteverluste erlitten habe.

Dicamba wurde von Monsanto entwickelt, der US-Konzern sieht sich wegen des Mittels seit 2015 Klagen ausgesetzt; Bayer hatte Monsanto 2018 übernommen. BASF nutzt ein eigenes auf Dicamba basierendes Produkt, um gentechnisch veränderte Pflanzen zu behandeln.

Bayer kündigte am Montag Berufung an. Dicamba sei für die Ernteverluste nicht verantwortlich. „Im Gerichtsverfahren wurden von Herrn Bader keine qualifizierten Beweise dafür vorgelegt, dass Monsantos Produkte auf seiner Farm vorhanden und für seine Verluste verantwortlich waren.“ BASF kündigte ebenfalls Rechtsmittel an: „Wir sind überrascht und enttäuscht von der Entscheidung der Jury und planen in Berufung zu gehen“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Stellungnahme Bayer