Mainz

Baldauf will CDU-Chef in Rheinland-Pfalz werden

Klöckner will nach zehn Jahren den Landesvorsitz der CDU aufgeben. Die Kreisverbände sollen Vorschläge für ihre Nachfolge machen. Oppositionsführer Baldauf meldet schon mal seinen Anspruch an.

Von dpa/lrs
Vize-CDU-Chef Christian Baldauf
Christian Baldauf, stellvertretender rheinland-pfälzischer CDU-Chef und Landtags-Fraktionsvorsitzende.
Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Berlin/Mainz (dpa/lrs) – Der rheinland-pfälzische Oppositionsführer im Landtag, Christian Baldauf, will Nachfolger von Julia Klöckner an der Spitze der Landespartei werden. „Ich bin bereit, hier Verantwortung zu übernehmen, gemeinsam in einem Team“, sagte Baldauf, der auch stellvertretender Landesparteichef ist, am Dienstag in Mainz laut Mitteilung. Den Weg der Erneuerung, den die scheidende CDU-Landesvorsitzende Klöckner eingeleitet habe, sei „die einzig richtige Route“, betonte der 54-Jährige. „Es geht um einen offenen, um einen transparenten Entscheidungs- und Erneuerungsprozess.“

Klöckner hatte zuvor die 36 Kreisverbände aufgefordert, Vorschläge für den neuen Landesvorsitz zu machen. Sie will nach zehn Jahren am 20. November bei den regulären Wahlen nicht mehr kandidieren. „Es ist eine der Lehren aus der Bundestagswahl, die Stimmen der Mitglieder zu respektieren und mehr auf das Bauchgefühl der Basis zu hören“, sagte Baldauf. Er hatte bereits am Abend nach der deutlich verlorenen Bundestagswahl eine Debatte über den Markenkern der CDU gefordert.

Bis Ende Oktober sollten die Kreisverbände Kandidaten für den Landesvorsitz und die Beisitzer nennen, sagte Klöckner. Diese Männer und Frauen hätten dann noch einmal rund 20 Tage Zeit für ihre Vorstellung in den Bezirksverbänden – entweder per Videoschalte oder bei Mitgliederversammlungen. Gewählt wird am 20. November.

Baldauf stand von 2006 an schon einmal an der Spitze des Landesverbands und der Fraktion, hatte dann aber wegen der Landtagswahl 2011 zugunsten der damaligen Spitzenkandidatin Klöckner auf beides verzichtet. Seit 2018 führt er erneut die Opposition im Landtag an. Bei der Landtagswahl im Frühling dieses Jahres fuhr er für die CDU als Spitzenkandidat allerdings das bisher schlechteste Ergebnis ein (27,7 Prozent).

Klöckner hatte am Montagabend angekündigt, nach zehn Jahren nicht mehr für das Amt der CDU-Landesvorsitzenden zu kandidieren. Sie ist Abgeordnete im neuen Bundestag und weiterhin stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende.

Die 48-Jährige war bei der Bundestagswahl am Sonntag als CDU-Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz angetreten. Bei der Abstimmung stürzte die Union im Bund auf das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ab. Klöckner unterlag in ihrem Wahlkreis Kreuznach ihrem SPD-Kontrahenten Joe Weingarten, zieht aber über die Landesliste ihrer Partei in den Bundestag in Berlin ein.

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