Kriminalität

33 antisemitische Vorfälle 2023 im Saarland

Davidstern
ARCHIV - Ein Davidstern ist am Gebäude des neuen Synagogenzentrums Potsdam zu sehen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Seit dem Angriff der Hamas auf Israel hat eine Anlaufstelle mehr antisemitische Vorfälle im Saarland registriert. Meist richtet sich der Antisemitismus gegen den Staat Israel.

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St. Wendel (dpa/lrs) – Im Saarland ist nach dem Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 die Zahl der antisemitischen Vorfälle deutlich gestiegen. Von insgesamt 33 Fällen im vergangenen Jahr seien 23 – und somit mehr als zwei Drittel – nach dem 7. Oktober 2023 erfasst worden, teilte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Saarland (RIAS) am Dienstag in St. Wendel in ihrem Jahresbericht mit. Bei den bekanntgewordenen Vorfällen handele es immer nur um einen «Teil der Wirklichkeit»: Viele Ereignisse blieben in einem Dunkelfeld.

Laut Bericht spielte die Erscheinungsform «des israelbezogenen Antisemitismus» 2023 in 18 Fällen und damit am häufigsten eine Rolle. Diese Form des Antisemitismus richtet sich gegen den jüdischen Staat Israel, indem diesem etwa die Legitimität abgesprochen wird. Viele dieser Vorfälle habe es im Rahmen von antiisraelischen Demonstrationen gegeben. Fast die Hälfte aller dokumentierten Vorfälle ereignete sich demnach auf der Straße.

Dabei handelte es sich vor allem um Versammlungen und Schmierereien. Hinzu kamen weitere Vorfälle in öffentlichen Räumen wie Geschäften oder Schulen. Für Betroffene sei es kaum möglich, derartige Anfeindungen und potenzielle Bedrohungen zu vermeiden. «Der alltagsprägende Charakter verhindert eine unbeschwerte gesellschaftliche Teilhabe von Juden:Jüdinnen im Saarland», hieß es in dem Bericht.

Bei der Attacke am 7. Oktober hatten die Angreifer der islamistischen Hamas mehr als 1200 Menschen getötet und weitere 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Das beispiellose Massaker war Auslöser des Gaza-Krieges, mit dem Israel versucht, die Hamas zu zerschlagen. Dieser Krieg hat weltweit auch zahlreiche antiisraelische und antisemitische Proteste und Aktionen ausgelöst.

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