Mayen

Verkehrsunfallstatistik der Polizeiinspektion Mayen 2023

Von Polizeidirektion Mayen (ots)
Symbolbild
Aufgrund eines Unfalls war die A48 bei Ochtendung etwa eine Stunde gesperrt. Foto: Carsten Rehder/dpa

Verkehrsunfallzahlen im Jahr 2023 moderat angestiegen – Anstieg der Verkehrsunfälle mit Personenschäden um 0,9 % – Wie im Vorjahr 2 tödliche Verkehrsunfälle – Anstieg der Verkehrsunfälle unter Beteiligung der Risikogruppe Junge Fahrer um 7,4% Strukturdaten: Durch den Dienstbezirk der Polizeiinspektion Mayen, zu dem die Stadt Mayen mit Ortsteilen, die Verbandsgemeinden Mendig, Maifeld und Vordereifel gehören, verläuft ein Straßennetz von 320,6 km. Hiervon sind 54,7 km Bundesstraßen, 131,3 km Landstraßen und 134,6 Kreisstraßen.

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Gesamtüberblick:

Im Bereich der Polizeiinspektion Mayen kam es im Jahr 2023 zu einem erwarteten, leichten Anstieg der Verkehrsunfallzahlen. Insgesamt wurden im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Mayen im Kalenderjahr 2023 2434 Verkehrsunfälle aufgenommen. Ein Erklärungsansatz dürfte die Normalisierung der Zahlen in der „Nach-Corona-Zeit“ sein; jedoch wurde die Zahl der Verkehrsunfälle aus dem Jahr 2019 (2373) um 61 Verkehrsunfälle übertroffen.

Unfälle mit Personenschäden:

Im Jahr 2023 stieg die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Personenschäden geringfügig an. Während im Jahr 2022 insgesamt 213 Verkehrsunfälle mit Personenschäden (2 tödlich Verletzte, 37 Schwerverletzte, 174 Leichtverletzte) registriert wurden, waren es im Jahr 2023 insgesamt 215 (2 Getötete, 26 schwerverletzt, 187 leichtverletzt). Dies bedeutet in der Summe einen Anstieg der Unfallzahlen um 0,9 %.
Im Jahr 2023 gab es 2 Verkehrsunfälle mit tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern. Ein örtlicher oder gefahrenbegründender Sachzusammenhang bestand zwischen den jeweiligen Verkehrsunfallstellen nicht.
Die Zahl der bei den Verkehrsunfällen verunglückten Personen fiel leicht von 279 im Jahr 2022 auf 276 im Jahr 2023.

Rauschunfälle:

Bei den Verkehrsunfällen mit der Unfallursache „berauschende Mittel“ musste die Polizei eine Steigerung um 46,7 % feststellen. Alkoholbedingte Unfälle (2022:23 / 2023:37). Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss (2022:9 / 2023: 10).

Risikogruppe junge Fahrer:

Bei den jüngeren Verkehrsteilnehmern im Alter von 18-24 Jahren kam es zu einer Zunahme der Gesamtunfallzahlen um 7,4 %. An insgesamt 491 Verkehrsunfällen waren junge Fahrer beteiligt, hierbei in 67,6% der Fälle als Hauptverursacher.
Bei den Unfällen dieser Risikogruppe schwand die Zahl der Unfälle mit Personenschäden zwar von 65 im Jahr 2022 auf 56 im Jahr 2023; jedoch blieben die Folgen unverändert: 9 Schwerverletzte und 45 Leichtverletzte.

Risikogruppe Kinder:

Die Risikogruppe Kinder verzeichnete im Kalenderjahr 2023 einen Anstieg der Verkehrsunfallzahlen von 20 auf 25 Unfallbeteiligte. 23 Kinder wurden bei den Unfallhergängen verletzt (4 Verkehrsunfallereignisse mit Schwerverletzen – 19 Leichtverletzte).
In etwas mehr als der Hälfte der Fälle wurden die Kinder als Hauptunfallverursacher festgestellt.

Risikogruppe Senioren (über 75 Jahre):

Im Fokus der Öffentlichkeit steht nach wie vor die Beteiligung von älteren Verkehrsteilnehmern am Straßenverkehr. Im Jahr 2023 stiegen die Unfallzahlen in dieser Gruppe um 4,9 % an. Bei 191 Unfällen, mit Beteiligung von Personen über 75 Jahren, wurden 1 Person tödlich und 12 Menschen leichtverletzt.
In dieser Risikogruppe wurden in 75,4% der Verkehrsunfälle die Senioren als Hauptverursacher festgestellt.

Verkehrsunfallfluchten:

Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten ist im Jahr 2023 leicht angestiegen (3,7%). Wurden 2022 insgesamt 459 Unfälle mit Fahrerflucht gemeldet, so waren es 2023 insgesamt 476 Fälle. Bei den in 2023 angezeigten Verkehrsunfallfluchten wurden insgesamt 21 Verkehrsunfälle mit verletzten Personen registriert. 199 der flüchtigen Unfallverursacher konnten im Jahr 2023 ermittelt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 41,8 %.
Neben den Schadensersatzforderungen und Leistungseinschränkungen von Versicherungen wird in jedem Fall geprüft, ob der/die Flüchtige weiterhin geeignet ist, Kraftfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr zu führen. In diesen Fällen droht der Entzug der Fahrerlaubnis, sowie empfindliche Geldstrafen.

Hauptunfallursachen:
– Ungenügender Sicherheitsabstand in 629 Fällen (2022/609),
– gefolgt von Fehler beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren in 626
Fällen (2022/576).
– Nicht angepassten Geschwindigkeit in163 Fällen (2022/147).

Verkehrsüberwachung:
Im Rahmen präventiver Kontrollmaßnahmen konnten folgende Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, sanktioniert werden:

-Fahren unter Alkohol-/Drogeneinfluss, berauschender Mittel in 162
Fällen.
– Fahren ohne Fahrerlaubnis ohne Unfallereignis in 113 Fällen.
– Zudem erfolgten 22 Radar- und 57 Laserkontrollen an örtlichen
Schwerpunkten oder Beschwerdestellen ortsansässiger Bürger.

Auch im Kalenderjahr 2024 wird die Polizeiinspektion Mayen, neben der allgemeinen Verkehrsüberwachung, spezialisierte Kontrollen durchführen. Diese Kontrollen orientieren sich an regionalen Schwerpunkten (bspw. Unfallhäufungsstellen) oder an besonderen Themen wie beispielsweise der Beeinflussung durch Alkohol oder Drogen, Fahrzeugtuning /-veränderungen oder aber auch der Geschwindigkeitsüberwachung. Hierzu werden gesonderte Einsätze erfolgen.

Unfallkommission

Die bei den Verkehrsunfällen erhobenen Daten und getroffenen Maßnahmen dienen nicht nur dem Schutz zivilrechtlicher Ansprüche, der Ahndung von Ordnungswidrigkeiten und dem staatlichen Sanktionsanspruch bei dem Vorliegen von Straftaten, sondern auch der Verkehrssicherheitsarbeit.
Nach einer Auswertung der erhobenen statistischen Daten wird zur Jahresmitte durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) zur sogenannten Unfallkommission eingeladen. Hier werden besondere Unfallhäufungspunkte oder – linien durch den LBM, die zuständigen Straßenverkehrsbehörden, die Straßenmeistereien und die zuständige Polizeiinspektion analysiert und Verbesserungsmaßnahmen am Straßenraum oder Maßnahmenpakete besprochen. Maßnahmen können beispielsweise intensivierte Kontrollmaßnahmen der Polizei, bessere Ausleuchtung von Straßenbereichen, Entfernen von Sichthindernissen, Erneuerung von Fahrbahnbelägen bis hin zur völligen Veränderung von Knotenpunkten (bspw. durch Anlegen eines Kreisverkehrsplatzes) sein.

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Mayen
EPHK Rink

Telefon: 02651-801-0

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