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Norken

Zwergschule in Norken bleibt: In den Jubel mischt sich Kritik

Die Gemeinde und die Einwohner Norkens sind erleichtert und froh: Ihre Grundschule wird nicht geschlossen. Die Zwergschule mit ihren 30 Schülern, verteilt auf vier Klassen, ist die einzige Grundschule im Kreis, die sich in Trägerschaft einer Ortsgemeinde befindet und die einzige Unesco-Grundschule im Westerwald. Landtagspräsident Hendrik Hering von der SPD hatte die frohe Botschaft persönlich vor Ort verkündet. Doch ein Abgeordnetenkollege, Ralf Seekatz von der CDU, kritisiert nun die Vorgehensweise der Sozialdemokraten.

Die Kinder aus Norken können auch weiterhin auf dem Schulhof toben und spielen. Die Grundschule im Ort wird nicht geschlossen. Foto: Larissa Schütz
Die Kinder aus Norken können auch weiterhin auf dem Schulhof toben und spielen. Die Grundschule im Ort wird nicht geschlossen.
Foto: Larissa Schütz

„Unsere Schule wird nicht geschlossen“, davon war Norkens Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Wagner von Anfang an überzeugt. 41 Grundschulen bangten um ihr Fortbestehen, neun kleine Dorfschulen sollen nun im Sommer 2018 geschlossen werden. Norken wird es aber nicht – bereits zum vierten Mal nach 1976, 1987 und 2009 konnte die Schließung der Einrichtung damit verhindert werden.

Zur Not hätte man die Grundschule privatisiert, einen möglichen Träger gab es bereits, betonte der Ortschef. Friedrich Wilhelm Wagner ist sich sicher, dass dieser „Plan B“ auch einer der Hauptgründe dafür war, dass das Land die Einrichtung nun nicht schließen lässt. Die Gemeinde als Schulträgerin, die Schulleitung und die Lehrer, der Förderverein, die Eltern und auch die Schüler haben dafür gekämpft, dass ihre Schule im Ort erhalten bleibt, unter anderem mit Besuchen in Mainz, bei denen persönlich mit Bildungsministerin Stefanie Hubig gesprochen wurde, und mit dem Sammeln von Unterschriften.

Auch die Verbandsgemeinde sprach sich für den Erhalt der Schule in Norken aus. „Aus unserer Sicht lassen die Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot den Erhalt der Grundschule Norken zu“, zeigte sich Bürgermeister Jürgen Schmidt in einem Schreiben an die Ortsgemeinde Norken zuversichtlich. Und tatsächlich: Die Schule bleibt.

Hendrik Hering übermittelte die gute Nachricht persönlich: „Norken hat mit einem Konzept in Mainz die Ministerin vollends überzeugt.“ Er selbst habe Stefanie Hubig in persönlichen Gesprächen darlegen können, dass die Schule nicht geschlossen werden darf, so der Landtagsabgeordnete der SPD während seines Besuches. „Ich bin davon überzeugt, dass Norken eine außergewöhnliche Schule mit einer positiven Zukunft hat.“ Im sozialen Netzwerk Facebook postete Hering stolz: „Überzeugendes Konzept, engagierte Schule, aktive Gemeinde. Mit diesen Fakten ist es mir, gemeinsam mit Ortsbürgermeister Wagner und dem zukünftigen VG-Bürgermeister Andreas Heidrich gelungen, die Fachleute und die Ministerin davon zu überzeugen, diese außergewöhnliche Schule in einem aktiven Dorf zu erhalten.“

Vonseiten des Christdemokraten Ralf Seekatz gab es nun heftige Kritik für diese Aussagen. „SPD-Politiker Hering will die Leute für dumm verkaufen“, polterte er in einer Pressemitteilung. Er freue sich ebenso wie alle politisch Verantwortlichen, dass die Grundschule in Norken nicht den Schließungsplänen der SPD-Landesregierung zum Opfer gefallen sei. Auf allen politischen Ebenen habe man sich für den Erhalt der Schule eingesetzt, und man freue sich, dass die einzige Unesco-Schule im Westerwald nicht geschlossen wird, so Seekatz. Abenteuerlich sei aber, dass ausgerechnet der SPD-Kollege Hering behaupte, dass neben dem guten Konzept der Schule sein persönlicher Einsatz dafür maßgeblich gewesen sei, dass die Schule nun doch nicht geschlossen werde. Schließlich sei es die SPD-geführte Landesregierung gewesen, die die Schule auf die Schließungsliste gesetzt und damit viele Sorgen in der Gemeinde verursacht habe. Hering müsse sich fragen lassen, warum die Vorzeigeschule in Norken, ein Unesco-Projekt, bei der rot-grün-gelben Landesregierung überhaupt in die Diskussion gekommen sei, das sei schon ein Ausdruck politischen Versagens, heißt es in der Presseerklärung.

Trotz aller Kritik: Die Nachricht vom Erhalt der Norkener Grundschule bleibt für die Gemeinde auf jeden Fall das schönste vorgezogene Weihnachtsgeschenk.

Von unserer Reporterin Larissa Schütz

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