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Westerburg

Zoff beim Gassigehen beendet: Verfahren wegen Bedrohung ist eingestellt

Eingestellt wurde am Amtsgericht Westerburg das Verfahren gegen einen 50-Jährigen, der im April letzten Jahres beim Gassigehen seine Nachbarin mit dem Tod gedroht haben soll, die bei ihrer Morgenrunde ebenfalls mit ihrem Hund unterwegs war. Ihr nachbarschaftliches Verhältnis ist mehr als getrübt.

Foto: dpa

Als der Angeklagte an jenem Aprilmorgen mit seinen beiden angeleinten Hunden aus einem Waldstück im Westerwald trat, soll plötzlich der Hund der Nachbarin bedrohlich vor ihm gestanden haben. Während der Mann angab, die Frau lediglich aufgefordert zu haben, dass sie ihren Vierbeiner anleinen solle, gab sie an, von ihm mit den Worten „Wenn er kommt, knalle ich den Köter und dich ab“ bedroht worden zu sein. Zweimal habe er dabei eine Pistole auf sie gerichtet.

Der Angeklagte beteuerte, dass nichts an dem angeklagten Vorfall dran sei. Weder habe er die Frau bedroht, noch eine Pistole bei sich gehabt. Er kenne die Gesetzeslage und gehe nicht morgens um 8 Uhr mit einer Waffe spazieren. Seit dem Vorfall versuche er, der Nachbarin aus dem Weg zu gehen. Es sei im Ort bekannt, dass er ein Sportschütze sei, schließlich werde in einem so kleinen Ort viel hintenrum geredet.

Etwa 50 bis 70 Meter sei sie von dem Mann an jenem Morgen entfernt gewesen, als es zu dem Vorfall kam, erklärte die Zeugin. Deutlich habe sie die Waffe in der Hand gesehen, die er zweimal auf sie gerichtet habe. Sie fühle sich von dem Mann immer noch bedroht, gab die Zeugin an.

Richter Hans Helmut Strüder fragte nach: 50 bis 70 Meter? In dem Polizeibericht stünden 100 Meter, und auch die Anwältin hätte diese Entfernungsangabe so gemacht. Es sei schon wichtig, das präzise anzugeben, hielt er der Zeugin vor. Sie erläuterte daraufhin, wo genau sie sich damals befunden habe.

Die Lebensgefährtin des Angeklagten bestätigte, dass „nie, nie“ eine Waffe im Spiel gewesen sei. Sie habe neben ihrem Lebensgefährten gestanden, als dieser sich an jenem Morgen anzog. Die Waffe und die Munition würden ordnungsgemäß in zwei Tresoren verwahrt und diese seien verschlossen. Da sei ihr Lebensgefährte sehr pflichtbewusst. Würde man die Tresore öffnen, so gebe es ein Geräusch, das noch durch eine verschlossene Tür zu hören sei.

„Quatsch“, antwortete sie auf die nochmalige Frage des Richters, ob von einer Waffe die Rede gewesen sei, als der Mann nach Hause kam und ihr von der Begegnung mit der Nachbarin erzählt habe.

„Jetzt müssen wir uns entscheiden“, wandte sich Strüder an dieser Stelle an den Staatsanwalt. Dieser hielt einen Vororttermin, um die genaue Entfernung der beiden Kontrahenten zu ermitteln, für unangemessen. Er gehe zudem davon aus, dass auch mit einem neuen Verfahren nicht zu beweisen sein würde, ob eine Waffe geführt wurde. Nach einer kurzen Zwiesprache mit ihrem Mandanten erklärte die Verteidigerin ihrer beider Einverständnis dazu, das Verfahren einzustellen. Die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten trägt die Staatskasse.

Von unserer Reporterin Angela Baumeier

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