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    Wirgeser Trompeten-Streit noch ungeklärt

    Wird künftig eine Riesentrompete das Dach des Wirgeser Bürgerhauses verzieren – oder nicht? Diese Frage ist auch nach wochenlangen Diskussionen ungeklärt und entwickelt sich zu einer kommunalpolitischen Hängepartie. Die jüngste Sitzung des Wirgeser Stadtrates hat einmal mehr gezeigt, dass sich die Ratsmitglieder uneins in der Frage sind, wie die überdimensionale Lüftungsanlage auf dem Dach des Bürgerhauses mit „Kunst am Bau“ verdeckt werden soll, und ob das Gewinnermodell des Wettbewerbes für Kunst am Bau, sprich das Trompeten-Konzept „Festspielhaus“ der Mainzer Künstlergruppe conheroes, umgesetzt oder verworfen werden soll. Die Frage wird frühestens nach der Sommerpause geklärt.

    Riesige Trompeten: Soll so die Kunst am Bau auf dem Dach des Wirgeser Bürgerhauses aussehen? Darüber gibt es Streit im Stadtrat.  Foto: Stephanie Kühr
    Riesige Trompeten: Soll so die Kunst am Bau auf dem Dach des Wirgeser Bürgerhauses aussehen? Darüber gibt es Streit im Stadtrat.
    Foto: Stephanie Kühr

    Die Fakten liegen auf der Hand: Das Land hatte bei der Sanierung des Bürgerhauses die Zusage für Fördermittel an die Auflage geknüpft, dass ein Kunst-am-Bau-Projekt für 40.000 Euro verwirklicht wird. Deshalb hatte die Stadt einen Wettbewerb ausgeschrieben – mit dem Ziel, die Lüftungsanlage auf dem Dach mit einem Kunstobjekt zu verkleiden. Der Sieger steht lange fest: die Riesentrompete der Mainzer Künstler. Das Problem: Der Entwurf stößt in der Bevölkerung wie auch in den Gremien der Stadt auf „erhebliche Kritik“, wie es Stadtbürgermeister Andreas Weidenfeller formulierte.

    Was also tun? In Wirges ist nun guter Rat teuer: Weil die Meinungsbildung in den Fraktionen nicht abgeschlossen ist, setzte Weidenfeller das Thema zwar nicht auf die Tagesordnung, er ging aber in die Offensive, informierte die Räte über die Rechtslage und zeigte Handlungsoptionen auf, wie die Trompeten-Frage gelöst werden kann. Nach Rücksprache mit Mainz habe die Stadt keinerlei Entscheidungsspielraum, die Entscheidung der Jury ist bindend und kann nicht nachträglich abgeändert werden, betonte der Stadtchef. Die Kommune kann lediglich das gesamte Wettbewerbsverfahren aufheben, muss dann aber einen neuen Kunstwettbewerb ausschreiben – und auch bezahlen.

    Das bisherige Verfahren hat rund 5000 Euro gekostet – für eine zweite Ausschreibung würden weitere 5000 Euro anfallen. Hinzu kommen bislang nicht berücksichtigte Ausgaben für ein Arbeitsschutzgeländer, das auf dem Dach des Bürgerhauses befestigt werden muss, um die Sicherheit der Techniker bei Arbeiten an der Lüftungsanlage zu garantieren. Die Kosten hierfür liegen je nach Ausführung zwischen 3000 und 10.500 Euro, erläuterte Weidenfeller. Offen sei auch, ob die Mainzer Künstler einen Anspruch auf Schadenersatz haben, wenn sie nicht beauftragt werden, gab Weidenfeller zu bedenken.

    Im Bemühen um eine Lösung des Trompeten-Streits hat der Stadtbeigeordnete Walter van't Hoen unterdessen bei den Mainzer Künstlern vorgefühlt, ob sie ihren Gewinnerentwurf abändern würden. „Die Künstler haben sich bereit erklärt, den Entwurf für rund 2500 Euro zu überarbeiten“, sagte Weidenfeller. Unter dem Strich bleiben damit aus Sicht der Stadtspitze vier Möglichkeiten.

    1. Die Stadt beauftragt die Künstlergruppe mit der Umsetzung des Gewinnerentwurfes, sprich die Trompete kommt aufs Dach des Bürgerhauses.

    2. Die Stadt beauftragt die Künstler, den Entwurf für 2500 Euro zu überarbeiten und die Bedenken der Gremien zu berücksichtigen. Der Rat könnte dann am 28. August entscheiden.

    3. Die Stadt hebt das Verfahren auf und schreibt neu aus.

    4. Die Stadt hebt das Verfahren auf und schreibt ein gänzlich neues Kunst-am-Bau-Verfahren aus. Dabei geht es aber nicht mehr um die Verkleidung der Lüftungsanlage auf dem Dach, sondern um eine Stehle, eine Büste oder ein Relief.

    „Das letzte Wort hat der Stadtrat“, betonte Weidenfeller und empfahl den Räten, das Thema während der Sommerpause „sacken zu lassen“. Zudem seien Fragen zu klären, etwa unter welchen Konditionen die übrigen Entwürfe, die auf mehr Zustimmung stießen, in einem zweiten Verfahren verwendet werden können. Oder: Die Stadt könnte Kunst am Bau als Skulptur verwirklichen und unabhängig davon eine Verkleidung der Lüftung in Auftrag geben.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

    Schlussakkord: Wirges beendet Trompeten-StreitDiskussion in Wirges: Und täglich grüßt der Trompeten-StreitWenn Kunst am Bau zum Problem wird: Wirgeser Stadtrat uneins über Trompeten-EntwurfWirges ist ratlos: Trompeten-Streit nimmt kein EndeTrompetenstreit: Wirges will nun den Schlussakkord setzenweitere Links
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