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    Wirges wägt ab: Beschluss über Trompete ist vertagt

    Kommt nun eine gigantische Riesentrompete auf das Dach des Wirgeser Bürgerhauses oder nicht? Diese Frage bleibt vorerst offen. Die umstrittene Entscheidung über das geplante Kunst-am-Bau-Projekt, das die große Lüftungsanlage auf dem Dach der frisch sanierten Stadthalle verdecken soll, hat der Stadtrat von Wirges in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend bis zur nächsten Sitzung des Gremiums am 12. Juni vertagt.

    Beigeordneter Walter van't Hoen zeigt den Trompeten-Entwurf. Foto: Kühr
    Beigeordneter Walter van't Hoen zeigt den Trompeten-Entwurf.
    Foto: Kühr

    Bis dahin will die Stadtspitze zahlreiche offene Fragen klären und ein juristisches Gutachten der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) einholen. Darin soll geklärt werden, ob die Stadt die bindende Entscheidung der Fachjury für Kunst am Bau aufheben und das Verfahren gänzlich neu ausschreiben kann (unsere Zeitung berichtete). Neben den rechtlichen Aspekten eines solchen Schrittes soll auch geprüft werden, mit welchen Kosten eine Neuausschreibung verbunden wäre. Denn es fallen Honorare für die Künstler und eine Vergütung für die Jurymitglieder an. Zu klären ist auch, ob die eingereichten sechs Entwürfe aus urheberrechtlicher Sicht erneut verwendet werden können oder ob ein anderes Auswahlverfahren zu favorisieren ist. Fraglich ist ebenfalls, ob juristisch die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung besteht.

    Das Trompeten-Thema war ursprünglich nicht auf der Agenda des Stadtrates. Da die FDP-Fraktion aber den Antrag gestellt hatte, die Mainzer Künstlergruppe „conhereos“ nicht mit dem Trompeten-Projekt zu beauftragen und das Verfahren neu auszuschreiben, kam das Thema schließlich doch auf die Tagesordnung. Thorsten Koch (FDP) begründete den Antrag damit, dass die Reaktionen in der Bevölkerung auf den Entwurf „befremdend und negativ“ seien, während man sich in den umliegenden Dörfern darüber lustig mache. Auch der Stadtrat stehe nicht mehrheitlich hinter dem Entwurf, betonte Koch. Der Liberale erinnerte daran, dass der Bauausschuss jüngst mit Mehrheit dagegen gestimmt hatte, den Auftrag an die Künstlergruppe zu vergeben. Hinzu komme, dass die Riesentrompete keine sichere Zuwegung zur Wartung der Lüftungsanlagen auf dem Dach des Bürgerhauses ermögliche. Weiteres Argument der Liberalen: Das Bürgerhaus sei ein Haus für Bürger und Vereine und kein Festspielhaus. Eine Neuausschreibung solle festlegen, dass für die Stadt typische Materialien wie Glas und Ton zur Verkleidung der Lüftung verwendet werden, forderte Koch.

    Stadtbürgermeister Andreas Weidenfeller machte dagegen deutlich, dass er das Thema bewusst nicht auf die Tagesordnung gesetzt hatte. „Mir war es wichtig zu prüfen, ob den Räten alle entscheidungsrelevanten Informationen vorliegen. Das ist nicht der Fall. Wir müssen erst alle Fakten und juristischen Hinweise auf den Tisch bekommen, die für einen Beschluss notwendig sind“, mahnte er die Räte zur Besonnenheit. Man müsse das weitere Vorgehen in Ruhe mit der ADD als Zuwendungsgeber abklären. „Am Donnerstag haben wir die ADD um eine juristische Stellungnahme gebeten“, sagte Weidenfeller. Diese gelte es abzuwarten. Der Stadtchef machte keinen Hehl daraus, dass er sich aller anfänglichen Skepsis zum Trotz mittlerweile mit dem Trompeten-Entwurf angefreundet habe. „Wer garantiert denn, dass wir in der zweiten Runde ein besseres Ergebnis haben“, sprach er sich gegen einen „Schnellschuss“ aus.

    Für die CDU begrüßte Bernd Steinebach zwar den FDP-Antrag, sprach sich aber dagegen aus, das Verfahren zu kippen und sodann erneut auszuschreiben. „Wir können nicht so lange ausschreiben, bis uns das Ergebnis gefällt“, kritisierte er. Dasselbe Verfahren zu demselben Thema sei nicht zielführend. Steinebach forderte, die Konsequenzen einer Aufhebung des Verfahrens zu klären und Alternativen zu prüfen. „Wir haben keinen Zeitdruck“, sagte er. Uli Kaiser (CDU) warnte: „Das nächste Mal haben wir Gitarren auf dem Dach.“ Er regte an zu prüfen, ob die Bürger über die Entwürfe mitentscheiden können.

    Für die SPD schloss sich Gabi Weber den Ausführungen Steinebachs an. „Können wir aus dem Vertrag raus? Und wenn ja, mit welchen Kosten und Folgen?“, formulierte sie die Kernfrage. Gabi Weber plädierte dafür, von Polemik Abstand zu nehmen und sachlich zu diskutieren. „Kunst muss aufregen, sonst wird sie zur Gefälligkeit. Es ist doch nicht schlimm, Gesprächsthema zu sein“, plädierte sie für mehr Gelassenheit in der Debatte. Bei zwei Enthaltungen stimmte der Stadtrat schließlich mit 20 Ja-Stimmen für den Antrag Weidenfellers, die Entscheidung bis zum 12. Juni zu vertagen und bis dahin alle wichtigen Sachverhalte zu klären.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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