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Westerwaldkreis

Winter hat Westerwald fest im Griff: Schnee und Eis sorgen für Staus und Unfälle [Zusammenfassung]

Der erneute Wintereinbruch mit Schneefällen und Glatteis hat den Westerwaldkreis am Donnerstag wieder fest im Griff gehabt und für Rutschpartien und Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr gesorgt.

Schnee und Regen: So lässt sich das Wetter am Donnerstag, 15. Februar, treffend beschreiben.
Schnee und Regen: So lässt sich das Wetter am Donnerstag, 15. Februar, treffend beschreiben.
Foto: Thorsten Ferdinand

Von unseren Reportern

Quer stehende Busse und Lkw führten im gesamten Kreisgebiet zu Staus und stockendem Verkehr. Teilweise ging nichts mehr auf den Straßen. Die meisten Autofahrer reagierten aber besonnen auf den Wetterumschwung und fuhren auf den zugeschneiten Straßen im Schritttempo.

1 Die Straßenmeistereien des Landesbetriebs Mobilität Diez hatten alle verfügbaren Kräfte im Einsatz, um Autobahnen, Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen von Schnee und Eis zu befreien. Sie waren aufgrund der Vorhersagen auf diesen Großeinsatz vorbereitet. Einsetzender Schneefall mitten im Berufsverkehr sei grundsätzlich eine große Herausforderung, so der LBM. Am Donnerstagmorgen konnten nach ersten Schätzungen immerhin bis 7 Uhr die Hälfte der Autobahnen und 30 Prozent der weiteren Straßen geräumt werden.

2 Laut Polizei gab es in der Region viele kleine Unfälle und liegen gebliebene Lastwagen. Dabei blieb es zumeist bei kleineren Blechschäden, schwer verletzt wurde niemand. Im Bereich der Polizeiinspektion Westerburg kam es nach dem Schneefall am Morgen aufgrund der Wetterlage zu keinerlei Unfällen. Gemeldet wurden allerdings Behinderungen. So blieb auf der B 255 kurz vor Langenhahn in Fahrtrichtung Rennerod ein Lkw hängen und verursachte Rückstaus. Gleiches galt auch für die Bundesstraße 54 an der Steigung zwischen Langendernbach und Irmtraut, wo ebenfalls ein Lastwagen nicht mehr weiterkam.

3 Bei Kirburg rutschte am Morgen eine Autofahrerin mit ihrem Fahrzeug gegen eine Verkehrsinsel, berichtet die Polizei Hachenburg. Die Frau blieb unverletzt, und es entstand nur geringer Sachschaden. Glück hatte auch ein Autofahrer, der in Nister auf glatter Fahrbahn gegen ein Müllfahrzeug schlitterte. Auch hier soll der Schaden nicht sonderlich hoch ausgefallen sein.

Auf der B 8 prallte eine 29-jährige Autofahrerin zwischen der Abfahrt Borod und Wahlrod mit ihrem Wagen frontal gegen einen Baum. Die Frau wurde dabei leicht verletzt. Lastwagen kamen auch auf der Landesstraße 307 am Berg in Fahrtrichtung Hilgert zunächst nicht mehr vorwärts, wodurch die Strecke für etwa eine Stunde für gesperrt werden musste. Im Bereich der Polizeiinspektion Montabaur kam es zu acht Unfällen, unter anderem in Dernbach, Staudt, Niederahr und Montabaur, bei denen es bei Blechschäden blieb.

4 Behinderungen gab es auch auf den Autobahnen: Auf der A 3 kam es am Morgen zu keinen witterungsbedingten Unfällen, teilte die Autobahnpolizei Montabaur mit. In Höhe Wiedbachtal, an der Ausfahrt Neuwied, und am Deesener Berg standen allerdings Lkws quer. Die Situation entzerrte sich nach der Schneeräumung rasch. Im Stau standen auch die Verkehrsteilnehmer auf den Autobahnen rund ums Dernbacher Dreieck – etwa auf der A 3 bei Ransbach-Baumbach in Richtung Köln. Die A 48 war wegen eines rangierenden Lkw in Richtung Koblenz kurzzeitig komplett gesperrt. Auch in der anderen Richtung stauten sich die Fahrzeuge.

Stau auf der A48 bei Höhr-Grenzhausen.
Stau auf der A48 bei Höhr-Grenzhausen.
Foto: Markus Scheid

5 Weitaus ruhiger ging es dagegen bei den Feuerwehren zu. „Für uns war das ein ganz normaler Westerwälder Wintertag. Die Feuerwehren waren wegen des Winterwetters nicht im Einsatz“, sagte Kreisfeuerwehrinspekteur Axel Simonis. „Trotz Schnee und Eis blieb es bei uns ganz ruhig. Es wurde kein Schadensereignis gemeldet, auch nicht auf den Autobahnen“, zog Simonis Bilanz.

6 An den Westerwälder Schulen fand weitgehend normaler Unterricht statt. Insbesondere an Schulen in Trägerschaft des Kreises gab es keinen Unterrichtsausfall, teilte Pressesprecherin Alexandra Marzi auf Anfrage mit. Die Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV) sprach von einer relativ ruhigen Situation im Personennahverkehr. Dennoch erschienen zahlreiche Schüler verspätet oder gar nicht zum Unterricht. So kamen einige Gymnasiasten des Gymnasiums im Kannenbäckerland in Höhr-Grenzhausen nicht zur Schule, weil die Busse teilweise erst so spät eintrafen, dass die Jugendlichen wieder nach Hause gegangen waren. Grund für die Verspätung war ein quer stehender Lkw bei Hilgert. Auch an den Förderschulen im Kreis kamen die Schulbusse erst später an, die Busunternehmen sagten teilweise vorsorglich die Nachmittagsfahrten ab. Einige Schüler der IGS Selters hatten unverhofft „schneefrei“ weil die Busunternehmen die Ortschaften Welkenbach, Höchstenbach, Roßbach und Mündersbach nicht anfahren konnten.

„Grundsätzlich entscheiden natürlich die Eltern, ob sie ihr Kind bei diesen Witterungsverhältnissen mit den Bussen fahren lassen. Ebenso liegt es in der Verantwortung der Linienbetreiber sowie eines jeden einzelnen Busfahrers, ob ein reibungsloser Transport möglich ist“, betonte Marzi.

Schnee im hohen Westerwald schlägt Justiz ein Schnippchen

Der Richter war da, die Schöffen ebenso, auch der Staatsanwalt und der Verteidiger schafften es, trotz Wetterkapriolen pünktlich um 9 Uhr am Amtsgericht Montabaur zu sein. Dann begann das Warten auf den Angeklagten, der aus dem Hohen Westerwald anreisen sollte. „Wer sich da nicht auskennt, hat keine Chance“, meinte ein Schöffe. Das Warten blieb vergeblich. Kurzerhand wurde so nach 36 Minuten ein neuer Termin anberaumt: Sollte am 22. März nicht auch wieder das Wetter der Justiz ein Schnippchen schlagen, wird es dann darum gehen, dass der Angeklagte auf einem Kinderspielplatz einer 14-Jährigen einen Joint zum unmittelbaren Konsum angeboten haben soll. wez

Montabaur Hachenburg
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