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    Dernbach

    Windkraft-Zulieferer Siag Schaaf ist insolvent

    Der zahlungsunfähige Westerwälder Windkraftzulieferer Siag Schaaf Industrie AG mit Sitz in Dernbach hat am Montag offiziell Insolvenzantrag gestellt. Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde beim Amtsgericht in Montabaur eingereicht. Auch einige Tochter-Firmen wurden insolvent gemeldet. Das hat der Direktor des Amtsgerichts, Reiner Rühmann, gegenüber der WZ bestätigt.

    Der familiengeführte Windkraft-Zulieferer Siag Schaaf Industrie in Dernbach ist pleite. Die Unternehmensleitung hat am Montag Insolvenzantrag gestellt.
    Der familiengeführte Windkraft-Zulieferer Siag Schaaf Industrie in Dernbach ist pleite. Die Unternehmensleitung hat am Montag Insolvenzantrag gestellt.
    Foto: Stephanie Kühr

    Dernbach - Der zahlungsunfähige Westerwälder Windkraftzulieferer Siag Schaaf Industrie AG mit Sitz in Dernbach hat am Montag offiziell Insolvenzantrag gestellt. Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde beim Amtsgericht in Montabaur eingereicht. Auch einige Tochter-Firmen wurden insolvent gemeldet. Das hat der Direktor des Amtsgerichts, Reiner Rühmann, gegenüber der WZ bestätigt.

    Den Antrag hatte das Unternehmen bereits am Donnerstag angekündigt, sich aber nicht weiter zu den Hintergründen der Insolvenz geäußert. Firmensprecher Christian Adamczyk machte gegenüber der WZ aber klar, dass die Fortführung der Geschäfte das erklärte Ziel des Vorstands sei. Ob einzelne Gesellschaften der Holding veräußert werden sollen, wollte Adamczyk nicht kommentieren. Auch zum Abbau von Arbeitsplätzen wollte der Sprecher nichts sagen. „Das ist Gegenstand des Insolvenzverfahrens“, betonte er. „Es wird auf jeden Fall weitergehen, im besten Fall in eigener Verwaltung“, sagte Siag-Gesellschafterin Dagmar Schaaf der WZ. „Das Vertrauen der Kunden ist groß, wir haben Aufträge von rund 300 Millionen Euro sicher“, betonte sie. Die Marketingkauffrau äußerte die Hoffnung, dass der Insolvenzantrag vielleicht bald zurückgezogen werden könne.

    Die Siag-Gruppe beschäftigt weltweit 1800 Mitarbeiter an elf Standorten in Europa, Nordafrika, Südostasien und Nordamerika. Die Verwaltungszentrale der Siag-Gruppe in Dernbach hat rund 60 Mitarbeiter. Bereits seit einigen Monaten gibt es bei Siag Schaaf Industrie finanzielle Probleme. Ende Februar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es „einen Verlust in Höhe von mindestens der Hälfte des Grundkapitals“ einfahren werde. Als Ursache dafür wurden Verzögerungen bei der Abwicklung von Projekten genannt. Damals sagte ein Sprecher, das Unternehmen verfüge über erhebliche Reserven, so dass der Bestand der Siag-Gruppe nicht gefährdet sei.

    Dennoch reagierte der Markt sensibel auf die Verlustmeldung. Die Pflichtmitteilung nach dem deutschen Aktiengesetz wirkte auf dem Aktienparkett wie ein Warnsignal: Der Anleihekurs sackte zeitweise auf unter 50 Prozent des Nennwertes.
    Bereits im Dezember 2011 hatte Siag schwache Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2011 vorgelegt: Bei einem Umsatz von 114,6 Millionen Euro verzeichnete Siag einen Verlust von rund 11,5 Millionen Euro. Das Eigenkapital schrumpfte von 16 Millionen auf nurmehr 4,4 Millionen Euro. Auch die Ratingagentur Standard & Poor's hatte dem in Bedrängnis geratenen Mittelständler schlechte Noten gegeben. Kurz vor Weihnachten hatte das familiengeführte Unternehmen seinen Finanzvorstand Roland Schüttpelz ohne Angabe von Gründen abberufen

    Hintergrund: Die Siag-Gruppe hat sich seit 1999 vom klassischen Stahlbauer zu einem der führenden Zulieferer der Energiebranche entwickelt. Das Kerngeschäft der Holding unterteilt sich in zwei Sparten: Windenergietechnologie für On-shore-Windparks, sprich für das Binnenland, sowie Windenergiesysteme für den Offshore-Bereich, sprich für Windparks auf hoher See. So fertigt Siag in seinen Werken in Deutschland, Tschechien, Frankreich, Ägypten und den USA nach eigenen Angaben jährlich rund 900 Stahlrohrtürme inklusive Komponenten und Einbauteilen für Windräder im Binnenland. Für den Offshore-Bereich produziert Siag ebenfalls Stahlrohrtürme sowie Trägersysteme für die Verankerung der Türme im Meeresboden. Darüber hinaus fertigt die Siag-Gruppe Umspannwerke; diese bilden den Mittelpunkt für die Stromversorgung von der Windkraftanlage zum Land.

    Im Jahr 2010 hatte Siag die Nordseewerke in Emden von Thyssen-Krupp übernommen. Deren Mitarbeiter können nun scheinbar aufatmen: Die Siag-Tochter mit rund 700 Mitarbeitern sei von der Insolvenz des Mutterkonzerns „nicht direkt“ betroffen, teilte der Betriebsrat in Emden mit.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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