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    Widerstand wächst: Bürger wollen gegen „Der III. Weg“ demonstrieren

    Hachenburger Bürger wollen am Donnerstag Flagge gegen die rechtsradikale Partei "Der III. Weg" zeigen. Diese will mit dem Motto "Überfremdung stoppen - keine Moschee für Hachenburg" in der Innenstadt demonstrieren.

    In Facebook wird zur Gegendemonstration gegen den "III. Weg" aufgerufen.
    In Facebook wird zur Gegendemonstration gegen den "III. Weg" aufgerufen.

    Hachenburg. In Hachenburg wächst der Widerstand aus dem bürgerlichen Lager gegen die von der rechtsradikalen Partei "Der III. Weg" für Donnerstag, 19 Uhr, ab dem Alten Markt geplante Demonstration mit dem Titel "Überfremdung stoppen - keine Moschee für Hachenburg". Sowohl die Stadt als auch der kürzlich gegründete Verein Demos haben Gegenveranstaltungen angemeldet, die um 18 Uhr auf dem Neumarkt beginnen. Über die sozialen Netzwerke hat zudem die Antifa zum Protest gegen den rechten Aufmarsch aufgerufen.

    Die Polizei bereitet sich unterdessen intensiv auf den heutigen Einsatz vor. Dabei greift sie auch auf Erfahrungen aus den Demonstrationen der jüngeren Vergangenheit in der Region zurück, wie ein Sprecher bestätigt. Ziel der Beamten sei es, möglichst deeskalierend aufzutreten und den Abend sicher abzuwickeln. Ein Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Gruppen soll vermieden werden. Zur Demonstrationsstrecke des III. Weges, der auch unter dem Namen "Hui Wäller. Familie. Heimat. Tradition" auftritt, zu erwarteten Teilnehmerzahlen und zur eigenen Personalstärke macht die Polizei aus Sicherheitsgründen noch keine Angaben.

    Die Kundgebung der Kommune wird nach Auskunft von Stadtbürgermeister Karl-Wilhelm Röttig von allen im Rat vertretenen Fraktionen getragen und wurde im Ältestenrat beschlossen. Röttig wird das Programm auf dem Neumarkt eröffnen. Anschließend wird der Verein Demos die Protestler begrüßen. Auf Einladung der Stadt wird dann ein Vertreter der christlichen Kirchen sprechen, ebenso ein Mitglied des türkisch-islamischen Verbandes Ditib, der den Bau der Moschee in Hachenburg plant. Danach soll, auf Einladung von Demos, die Situation von Opfern rechter Gewalt von verschiedenen Rednern beleuchtet werden.

    Demos ist ein überparteiliches Bündnis von Menschen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, sich für Demokratie, Menschenrechte, Offenheit und Solidarität einzusetzen und über extremistische Tendenzen aufzuklären. Aktuell hat der Verein 14 Mitglieder sowie etliche Helfer. Auf der Internetseite von Demos haben der Hachenburger Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen, die Kolpingfamilie Marienstatt, die Partei Die Linke, Verdi und der DGB ihre Unterstützung öffentlich gemacht.

    Der Sitz des Vereins Demos ist in Westerburg, die Postanschrift in Hachenburg. Ihre Namen möchten die Vorstandsmitglieder aus Sorge vor Übergriffen aus dem rechten Lager nicht öffentlich nennen, wie sie im Gespräch mit der WZ betonen. Sie bezeichnen sich selbst als Personen, die mit beiden Füßen auf dem Grundgesetz stehen. "Demos bekämpft Faschisten mit jedem gesetzlichen Mittel. Wir stellen uns aktiv gegen den Hass, wo immer er sein Gesicht zeigt", heißt es in einem Flyer. Mit der Kundgebung wolle man zeigen, dass man Neonazis nicht die Straße überlasse.

    Das Wäller Bündnis für Toleranz und Menschlichkeit, das zuletzt mehrfach Veranstaltungen gegen Rechts organisiert hatte, unterstützt den Aufruf der Stadt Hachenburg an die Bürgerschaft, aktiv Flagge gegen neonazistische Strömungen zu zeigen, verzichtet aber diesmal auf die Anmeldung einer eigenen Kundgebung. "Wir lassen der Stadt den Vortritt. Ihr Aufruf ist das Beste, was passieren konnte", erklärt Bündnis-Sprecher Thomas Mockenhaupt. Das Bündnis lasse aber seine Kontakte spielen, um möglichst viele Menschen auf den Neumarkt zu locken.

    Das für heute Abend geplante Konzert der Gregorian Voices in der Hachenburger Schlosskirche wurde aufgrund der politischen Veranstaltungen im Umfeld übrigens abgesagt. Es wird aber nachgeholt.

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

    Verfassungsschutz beobachtet Partei „Der III. Weg“

    Die Partei „Der III. Weg“ wurde 2013 gegründet. Sie steht unter Beobachtung der Verfassungsschutzämter des Bundes und der Länder. Nach Einschätzung der Verfassungsschützer können Texte des III. Weges als Bekenntnis zum historischen Nationalsozialismus interpretiert werden. Dass die Verfassungsfeindlichkeit und konkret die Ablehnung der Demokratie durch den III. Weg selbst für rechtsextremistische Verhältnisse fundamentalistische Ausmaße annehmen kann, beweise etwa ein kurzer Text der Partei, der 2015 im Internet veröffentlicht wurde. Darüber informiert unter anderem der Verfassungsschutzbericht 2015 des Landes Baden-Württemberg.

     

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