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Westerwaldkreis

Westerwälder Feuerwehr sucht nach Lösungen für Personalmangel: Auch im Alter noch für die Feuerwehr aktiv im Einsatz

Markus Müller

Das vergangene Wochenende mit gleich mehreren Bränden machte wieder einmal deutlich, wie unverzichtbar die Feuerwehren gerade auch in unserer ländlichen Region sind. Doch auch den Brandschützern machen der demografische Wandel und der Rückgang der Geburtenraten zu schaffen: Mittlerweile können auch im Westerwald nicht mehr in jedem Ort eigene Feuerwehren aufgestellt werden, und gerade bei großen, länger dauernden Einsätzen werden die Leute knapp.

Ein Blaulicht der Feuerwehr
Ein Blaulicht der Feuerwehr.
Foto: Stephan Jansen/Archiv – dpa

Bei der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Herschbach/Oww. präsentierte Jürgen Ickenroth, Fachbereichsleiter Alterskameraden, dazu einen interessanten Lösungsansatz, der schon im neuen Landesbrandschutzgesetz verankert, aber in der Regel noch nicht umgesetzt ist. „Die Menschheit wird immer älter, bleibt länger gesund und muss länger arbeiten, bis 67 mittlerweile. Da macht es doch Sinn, umzudenken und zumindest bedingt auf das große Potenzial aus den Alterskameradschaften – oft rüstige, erfahrene Feuerwehrangehörige – zuzugreifen“, so Ickenroth. „Es gibt so viele Aufgaben im Feuerwehrdienst, ohne direkt im Einsatz an vorderster Linie zu sein, die helfen, aktive Feuerwehrangehörige zu entlasten und zu unterstützen. Wir stehen erst am Anfang dieses neuen Gedankens, aber er wird uns in Zukunft nicht mehr loslassen“, ist sich der Bereichsleiter sicher.

Bisher würden die Alterskameradschaften, in die Wehrleute nach ihrem aktiven Dienst in der Feuerwehr (der spätestens mit dem 63. Jahr endet) eintreten können, geprägt durch gesellschaftliches und kameradschaftliches Miteinander im Kreise ehemaliger aktiver Feuerwehrangehörigen. Man erinnere sich gerne an alte Zeiten, diskutiere über Neues und hat das wunderbare Gefühl, irgendwie doch noch dabei zu sein, so Ickenroth.

„So war es bislang. Doch eben der demografische Wandel und der Rückgang der Geburtenraten lassen uns die Alterskameradschaften aus einem völlig neuen Blickwinkel sehen“, meint er. „Denn fehlendes Personal zum Beispiel zum Abdecken der Tagesbereitschaften stellt uns vor immer größere Probleme. Und jetzt fällt auf: Alterskameraden, rüstige erfahrene Feuerwehrangehörige, sind ein Potenzial, dem man bisher kaum Beachtung geschenkt hat.“

Als Einsatzbeispiele nannte Ickenroth das Fahren des Löschfahrzeuges, die Mitarbeit in Einsatzleitstellen oder die allgemeine Unterstützung der Einsatzkräfte. In vielen Fällen seien auch die Erfahrungen der ehemaligen Feuerwehrleute gefragt. Insbesondere dann, wenn die „normalen“ Einsatzkräfte nicht zur Verfügung stehen. „Es ist und bleibt unsre große Aufgabe, die Feuerwehren zum Schutze unsrer Bürger zukunftssicher zu machen“, fasste Ickenroth zusammen. „Alterskameraden sollen und können kein aktives Personal ersetzen, können aber zweifellos einen großen Teil zu einer starken, zukunftssicheren Feuerwehr beitragen.“

Wie Kreisfeuerwehrinspekteur Axel Simonis gegenüber der WZ erläuterte, sei der Einsatz von Alterskameraden in der Feuerwehr schon prinzipiell möglich. Vor einer Einführung müssten aber Detailfragen, wie die gesundheitliche Eignung oder versicherungstechnisch erforderliche Formulare, noch geklärt werden.

Und das Potenzial ist gar nicht so klein: Immerhin kommt im Kreisfeuerwehrverband Westerwald auf je fünf aktive Feuerwehrmitglieder (insgesamt sind es 3548) ein Mitglied der Alterskameradschaft (die aus 911 ehemaligen Feuerwehrleuten besteht).

Wie schnell zum Beispiel auch eine Krankheitswelle die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr schwächen kann, machte selbst die Versammlung in der ausnahmsweise nur halb gefüllten Sporthalle deutlich: Wegen Grippe & Co. waren gerade einmal 150 von 351 Delegierten anwesend.

Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

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