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Holler

Wegen zu viel Alkohol: Beim Hollerer Zug wird 2018 härter durchgegriffen [mit Umfrage]

Thorsten Ferdinand

Beim Hollerer Fastnachtszug wird in diesem Jahr härter durchgegriffen. Die Ortsgemeinde will verhindern, dass es erneut zu Alkoholeskapaden und Vandalismus kommt. Dazu wurde eine neue Zugordnung erlassen, die die Teilnehmer stärker in die Pflicht nimmt. Sie sieht unter anderem vor, dass kein Alkohol aus dem Zug heraus an das Publikum gegeben werden darf.

Foto: Sascha Ditscher

Jede Gruppe, die einen Wagen oder eine Fußgruppe anmeldet, muss die Zugordnung per Unterschrift schriftlich anerkennen. Die Gemeinde hofft, so das Trinken unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zumindest eindämmen zu können. Im vergangenen Jahr war das Verhalten einiger Besucher regelrecht eskaliert. Vorgärten wurden verwüstet. Feuerwehrleute wurden beleidigt, bespuckt und mit Bierbechern beworfen. Einige junge Leute pinkelten völlig hemmungslos gegen Hauswände oder auf offener Straße vor die Füße anderer Besucher. „So kann es nicht weitergehen“, war man sich anschließend in der 1000-Seelen-Gemeinde einig. „Wir lassen uns unseren Fastnachtszug nicht kaputtmachen!“, schimpfte Ortsbürgermeister Uwe Meyer im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Montabaur.

Bei Besprechungen mit der Polizei, der Feuerwehr, dem Ordnungsamt und dem Jugendamt stellte sich allerdings heraus, dass die Kontrolle des Publikums nicht so einfach ist. Die Ortsgemeinde kann es sich als Veranstalter nicht leisten, einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren, erklärt Meyer. Zugangskontrollen sind organisatorisch nahezu unmöglich, da mehrere Straßen und Wege in die Gemeinde führen und es an Personal mangelt. Wenn junge Leute ihre eigenen Getränke im Rucksack zum Fastnachtszug mitbringen, ist guter Rat weiterhin teuer, gibt der Ortschef zu. Er appelliert deshalb an die Erziehungsberechtigten, dies noch aufmerksamer im Blick zu haben.

Zumindest beim Zug selbst tut die Gemeinde aber, was sie kann – unter anderem, indem sie strengere Regeln aufstellt. Die Zugordnung schreibt unter anderem vor, dass Fahrer und Begleitpersonen der Wagen während des Zugs nüchtern sein müssen. Bei Nichtbeachtung droht der Ausschluss vom Zug, heißt es. Zudem wurde die Anzahl der Personen, die einen Wagen beaufsichtigen müssen, erhöht, und das Mindestalter der Zugbegleiter wurde auf 18 Jahre festgelegt. Die Namen aller Begleitpersonen müssen bei der Anmeldung angegeben werden. Bei der Ausarbeitung der Zugordnung brachte Horst Metternich seine jahrelangen Erfahrungen mit der Vorbereitung des Karnevalszugs ein.

Umfrage
Brauchen wir ein Alkoholverbot bei Karnevalsumzügen?

In den vergangenen Jahren ist es bei Karnevalsumzügen in der Region immer wieder zu teils unschönen Szenen mit stark alkoholisierten jungen Menschen gekommen. Sollte ein grundsätzliches Alkoholverbot ausgesprochen werden, um das Problem zu lösen?

Ja! Betrinken hat mit Karneval nichts zu tun!
42%
180 Stimmen
Nein, lasst den jungen Leuten doch ihren Spass.
35%
152 Stimmen
Ist mir egal, ich feier keinen Karneval.
23%
99 Stimmen

An der Party im Festzelt will die Gemeinde trotz der Probleme im vergangenen Jahr festhalten. Der Ortschef hatte zwar bereits dafür plädiert, diesen Teil der Veranstaltung abzusagen. Der Gemeinderat entschied aber schließlich, einen letzten Versuch zu wagen. Der private Veranstalter ist verpflichtet, bei der Party einen Sicherheitsdienst einzusetzen. Die Botschaft sei allerdings klar: Wenn die Situation wieder eskaliert, gibt es im kommenden Jahr keine Veranstaltung nach dem Zug mehr, sagt Meyer. Auch die Freiwillige Feuerwehr hofft, dass sich die Probleme verkleinern, wenn nur noch an offiziellen Verkaufsständen Alkohol verfügbar ist. Denn andernfalls werde es schwierig, überhaupt noch Freiwillige zu finden, die beim Zug Dienst schieben wollen, erklärt Wehrführer Pierre Lenz. Auch die Kameraden aus Niederelbert, die beim Hollerer Zug regelmäßig helfen, hätten sich bereits über die Situation beklagt, sagt Lenz. Das Verhalten einiger Jugendlicher sei in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden. Nun hofft man in der Gemeinde auf einen friedlicheren Zug 2018.

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

Montabaur Hachenburg
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