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    Wallfahrt durch den Westerwald

    Es ist kurz nach 6 Uhr am Morgen. In Herschbach/Uww. schüttet es wie aus Eimern. An der St.-Anna-Kirche strömen die Walldürn-Wallfahrer aus allen Richtungen zusammen, werfen ihre Koffer mit den Übernachtungsutensilien in die Begleitbusse und stellen sich zur Prozession hinter dem Träger mit dem blumengeschmückten Wallfahrtskreuz auf. Ohne lange zu fackeln, gibt Wallfahrtsleiter Andreas Stürmer das Zeichen zum Abmarsch. Betend geht es durch die Wiesen nach Hartenfels, wo die Pilger froh über einen Kaffee und dann einen trockenen Platz in der Kirche sind.

    Der aus dem Dorf stammende Priester Dieter Braun zelebriert die heilige Messe gemeinsam mit seinem Kollegen Karlheinz Wahlen, der als Geistlicher die 269 Kilometer lange Fußwallfahrt von Köln zum Kostbaren Blut von Walldürn im Odenwald begleitet. Während des Gottesdienstes lässt der Regen nach, um aber pünktlich zum Weiterziehen der Gläubigen aus dem Dorf hinauf Richtung Westerwälder Seenplatte wieder einzusetzen. Doch die Menschen konzentrieren sich auf ihre wechselseitigen Gebete, für die in der langen Prozession einige Männer mit langen Stöcken, an deren Ende sich ein kleines Kreuz befindet, die Einsätze signalisieren. Klatschnass kommen die Wallfahrer in Freilingen an, freuen sich dort aber auf ein schönes Frühstück, dass die Dorfbewohner jedes Jahr ihren Gästen anbieten. Wichtigster Bestandteil ist dabei der original Westerwälder Eierkäs, den sich die vielen Wallfahrer, die im Feuerwehrgerätehaus untergekommen sind, sichtlich schmecken lassen.

    Jetzt geht es weiter nach Weidenhahn, wo die Pilger mit Glockenklang begrüßt werden. Es regnet nicht mehr, und sogar die Sonne blinzelt ab und zu durch die Wolken. Einige Frauen haben wie jedes Jahr am Dorfausgang zwei Tische aufgebaut, von denen sich die Wallfahrer wahlweise einen Becher Wasser oder auch ein Schnäpschen zum Aufwärmen nehmen dürfen.

    Zuerst auf der Straße und dann auf Feldwegen geht es über Etzelbach zum Hahner Stock, wo sich die alte B 8 als Wallfahrtsweg anbietet. Klar, dass auf diesem Abschnitt Wendelin Hehl aus Kuhnhöfen das geschmückte Wallfahrtskreuz tragen darf. Überhaupt fällt auf, wie viele Westerwälder auch bei dem schlechten Wetter - es beginnt wieder zu regnen - an der Wallfahrt teilnehmen: Aus Herschbach und Selters sind genauso welche dabei wie aus Steinefrenz, Dreikirchen und Hundsangen oder den hessischen gemeinden Elz, Ahlbach oder Hintermeilingen.

    Die Pilger haben noch rechtzeitig die Kirche von Hahn am See erreicht und werden von Pfarrer Hermann Kranz begrüßt, als es draußen blitzt, donnert und hagelt. Da bleiben einige nach dem Segen doch gern in dem Gotteshaus mit einer prachtvollen Innenausstattung und verzehren ihre Brotzeit. Nach dem Mittagessen geht es weiter über Herschbach, Wallmerod und Molsberg zur Kaffeepause nach Hundsangen und von da nach Elz, wo übernachtet wird.

    Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

    Fotos von der Walldürn-Wallfahrt durch den WesterwaldWallfahrer zum Kostbaren Blut bewältigen pro Tag zwischen 33 und 44 Kilometer zu Fuß
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